18
Die Chemie ist wie bekannt als Wissenschaft ganzneuern Ursprungs. Auch sind wohl Hr. Dr. Höpfner undHr. Apotheker Morell als die ersten wissenschaftlichen Chemi-ker bey unS zu betrachten. Ersterer hat mehrere Notizenund Untersuchungen in seinem Magazin sür die Natur-kunde Helv e tie ns geliefert. Letzterer war der Erste, derdiese Wissenschaft öffentlich vortrug, und hat übcrdieß ein fürdie damalige Zeit sehr schätzbares Werk verfertigt: M o r e l l Schemische Untersuchung der bekannter» und be-suchter »Gesundbrunnen und Bäder der Schweiz ,besonders des Cantons Bern, 1788; das aber beyden großen Fortschritten der Wissenschaft jetzt einer gänz-lichen Umarbeitung bedarf. Am Platz der Chemie wurdeleider auch hier zu Stadt und Land viel Alchemie im Stillenbetrieben, und dieser Abweg hat sich bey wenigen Einzelnensogar bis in unsere Tage fortgepflanzt. Aber im vorigen Jahr-hundert gab es der Goldköche fast in jedem bedeutenden Orte,und der goldene Stein der Weisen hat manchen zum bettel-armen Thoren gemacht.
in. Das medizinische Institut. ( 1798.)
Endlich müssen wir einer dritten naturwissenschaftlichenAnstalt vergangener Zeit erwähnen, nämlich des medizini-schen Instituts. ES war dieß das Werk einer Verbindungvon freywilligen Privat- Docenten und 1798 gegründet. Mitdem größten Eifer und ihrer eigenen BerufSgeschäfte ohner-achtet, widmeten diese Lehrer sich der Ausbildung jungerMediziner, vorzüglich Landärzte, denen sie alle verschiede-nen Zweige der Natur- und Arzneykunde vortrugen.
Die HH. Dr. Schiserli (Chirurgie), Tribolet(Therapie und Klinik), Hartmann (Pathologie),Bitziuö,