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Culturbilder aus Griechenlands Religion und Kunst : populäre Vorträge / A. Baumeister
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Umstand sowohl als der Mangel der Vegetation an denstarren buntfarbigen Felswänden trägt nicht wenig dazu bei,den Eindruck der absoluten Erhebung von mehr denn 8000 Fußüber dem Meeresspiegel noch zu verstärken.

Als ich im Juni 1854 in Begleitung meines FreundesBursian (jetzt Professor in Zürich ) die Besteigung des Parnaßunternahm, zogen wir von Arachova aus, einem ansehn-lichen Orte im Südosten von Phokis , der selbst schon wenigstens3000 Fuß über dem Meere gelegen (also etwa auf derHöhe des Brockens im Harz ) ein frisches deutsches Klimabietet und deshalb feinen Einwohnern eure längere Lebens-dauer schenkt, als sonst in Griechenland gewöhnlich ist.Auf rüstigen Maulthieren ritten wir zunächst einen steilenkahlen Abhang hinan, welcher den Ort überragt und ge-langten nach einer Stunde auf die erste große Hochfläche,welche von fruchtreichen Feldern eingenommen ist und denReichthum der Bewohner von Arachova wie auch derer vonDelphi ausmacht. An dem westlichen Ende der Ebene näm-lich liegt ein Dorf, das freilich nur zu den Zeiten derAussaat und der Ernte die Bewohner des Thales in seineleichtgebauten Hütten aufnimmt. Während also jetzt dasrauhe Klima ständige Bewohner hier nicht duldet mitAusnahme der Räuberbanden, welche hier während derTürkenherrschaft ein freies Leben führten, so erzählendie Nachrichten aus dem Alterthum, daß nach der großenFluth, von welcher wie so viele andre auch griechische Sa-gen wissen, Deukalion der Sohn des Prometheus nach sei-ner Rettung in einem Kasten, auf diesen Höhen die ältesteStadt mit Namen Lykoreia gegründet habe. Indessen wirddie Existenz einer festen Airsiedlung zu bezweifeln sein,auch deshalb, weil Lykoreia derLichtberg" heißt und zu-gleich der Name des Gipfels war, welcher zuerst die Strah-len der aufgehenden Sonne empfängt. Ehe wir jedoch zudiesem gelangten, führte uns ein steiler Pfad in mehrern