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Culturbilder aus Griechenlands Religion und Kunst : populäre Vorträge / A. Baumeister
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Stunden durch ein enges Waldthal mit Tannen von präch-tiger Größe hinauf zu einer zweiten Hochfläche des Ge-birgsstocks. Wir sahen eine ausgedehnte Wiesenflächr mitfrischem Grün und üppigen Kräutern bedeckt, von rieselndenBüchlein aus den Schneelagern der Gipfel und Schluchtendurchschnitten, wo weitzerstreute Heerden von Ziegen wei-deten, und Hirten unter einem überhängenden Felsblockoder an einem stattlichen Eichbaum mit gehöhltem Stammihre Sommerhütte leicht aus Zweigen aufgebaut hatten.In einer solchen wurde kurze Rast gemacht und währendderselben, wobei uns zur Erfrischung die Gastlichkeit die-ser Nomaden Milch und Käse bot, hörten wir die unge-schmückten Erzählungen ihrer Abenteuer von nächtlichenWolfsjagden, als deren Wahrzeichen die Felle der frischge-tödteten Thiere zum Trocknen aufgehängt waren. Bei Fort-setzung unsers Weges hörte allmälig die Vegetation ganzauf, lebhafte Kühle trat ein und die einhüllenden Wolkenließen nur zuweilen die beiden kegelförmigen Gipfel, denenwir schon ganz nahe waren, durchblicken. Die östliche Spitzeist die schon genannte Lykoreia, die westliche heißt heutzu-tage der Altenfels und die zwischen ihnen liegende Nie-derung trägt den Namen der Teuselstenne, von welcherman sich ähnlichen Spuk erzählt, wie bei uns von derMainacht auf dem Brocken, ein Nachklang unbestimm-ter Kunde von der lärmenden Dionysosfeier, welche hierim Alterthum stattfand. Steingerölle zwischen den überallemporstarrenden zackigen Felsen, Schneelager und Abgründelassen die Thiere nicht weiter fortkommen; die letzten andert-halb Wegstunden mußten daher zu Fuße zurückgelegt wer-den. Bei dem höchst beschwerlichen Erklimmen des Gipfelswar die ungewohnte Kälte in dieser Jahreszeit so eisig, daßdicke Mäntel keine genügende Abwehr boten, und der Windso stark, daß zuweilen nur Anklammern mit Händen undFüßen an den Boden vor dem Umwerfen zu schützen vermochte.