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Auf dem Gipfel angekommen, belohnte außer demstolzen Gefühl der Ueberwindung, die Aussicht reichlich fürdie gemachte Anstrengung. Nicht bloß beide Meere, dasägäische und ionische, ferne Küsten und langgestreckte Berg-züge erblickt das Auge, und ergötzt sich daran in Wirklich-keit wiederzufinden, was es aus der Landkarte gezeichnetsah; nein, die größte Ueberraschung auf einem BerggipfelGriechenlands gewährt die Klarheit der Bilder, das plastisch-perspectivische Hervor- und Zurücktreten der einzelnen Ge-genstände namentlich der Berge, und die zarte natürlicheFärbung derselben, welche sich auch bei der größten Ent-fernung bewahrt, in dieser feinflüssigen, durch Wasserdämpfenicht getrübten, ich möchte sagen ätherischen Luft. Anstattder unförmigen krausköpfigen Kuppelgestalten unsrer hei-mathlichen Berge mit der huschigten Waldumhüllung, welcheeine unbestimmte düstre schwarzbraune Färbung verleiht,sehen wir das kahle magerbedeckte Gestein, die Rippen derErde, aber in schönen plastischen Formen sich erhebend, mitden Schluchten und Falten, die einem hingebreiteten Ge-wände ähnlich sehen, mit den Abhängen und Wiesengrün-den so klar gezeichnet, mit den bläulichen, röthlichen undgelblichen Farbentönen wie mit einem lichten Hauche über-zogen, daß das Auge nicht gesättigt wird. Ich möchte dieseNaturbildungen den nackten menschlichen Gestalten verglei-chen, welche die griechische Bildhauerkunst aus dem edlen Ge-stein selbst geformt hat, und bin überzeugt, daß die Anschauungeiner so günstigen Umgebung nicht ohne nachhaltigen Ein-fluß auf die Entfaltung des Kunstsinns überhaupt geblie-ben ist. Erst auf dem griechischen Boden selbst und beider Helle der griechischen Atmosphäre, welche die Gegen-stände dem Auge näher zu rücken scheint und nicht seltenzu wirklicher Täuschung Veranlassung giebt, wird demnordischen Beschauer einleuchtend, wie das Volk zu denscharsbegränzten gradlinigen Formen in der Baukunst ge-