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Culturbilder aus Griechenlands Religion und Kunst : populäre Vorträge / A. Baumeister
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wer seine Diener sein sollten im felsigen Pytho. Da habeer auf dem dunkeln Meere ein schnelles Schiff erblickt, inwelchem viel edle Männer, Kreter von: baumreichen minoi-schen Knossos waren, welche des Handels wegen von Kreta nach dem sandigen Pylos steuerten. Apollon stieg ins Meerhinab und warf sich, einem gewaltigen Delphin gleichend,in das Schiff, daß dessen Balken erzitterten. Von Furchtergriffen, ruderten die Männer schweigend weiter, und alssie jenseits des Vorgebirges Tänaron den Laus des Schiffeshemmen wollten, trieb es der Ferntreffer Apollon mit seinemHauche weiter, bei Pylos und Dyme vorüber, bis es imgroßen Busen von Krissa auf den Sand stieß. Leuchtendsprang der Gott aus dem Fahrzeug, einem schönen undtapfern Jüngling gleichend, und das Haupthaar verhüllteihm die breiten Schultern, und er sprach zu den Kretern,daß sie niemals wieder in ihre Heimath zurückkehren, son-dern seinen fetten Tempel bewahren sollten. Er gebot ihnen,am Strande des Meeres einen Altar zu bauen, und ihmweiße Gerstenkörner zu verbrennen. Dann folgten sie denPäan singend dem Gotte, der ihnen, die Cither in denHänden, mit hehren Schritten voranging, ohne zu ermü-den den Berg hinauf, wo ihnen Apollon das innre Hei-ligthum und den neu gebauten Tempel zeigte. Als aberder Führer der Kreter den Gott fragte, wovon sie hierleben sollten, da der Fels weder Trauben trüge noch Wie-sen hätte, noch mit dem Pflug zu beackern sei, antwortetelächelnd Apollon: Habe nur Jeder das Messer in derRechten, um Schafe zu schlachten, so wird Euch Alles imUeberfluß zufallen." (?)

Die auf solche Weise eingebürgerten Kreter warenalso die frühesten Inhaber des Orakels von Delphi, wel-ches schon tausend Jahre vor Christi Geburt einen vonHomer anerkannten Ruf und unvergleichliche Schätze besaß.Nach andrer Sage aber wird der Ursprung des Orakels