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verschieden erzählt; ein Hirt Namens Koretas sollte einstzufällig in der Nähe der kastalischen Quelle einen Erd-schlnnd entdeckt haben, aus welchem kalte betäubende Dämpfehervorstiegen, die ihn in Verzückung versetzten, so daß erweissagte. Man schrieb die Wirkung der Gäa, der Erde,zu. Nach ihr hätten Poseidon und Themis das Orakelbesessen und dann erst kam es an Apollon . Ebenso fabelteman, daß der ältste Tempel des Gottes von Lorbeerzwei-gen gebaut sei— der Lorbeer war ihm ja heilig; den zwei-ten Hütten die Bienen aus Wachs und Fittigen geformt(in letztem ist offenbar eine Beziehung auf die dem Gottgeheiligten Schwäne zu suchen); der dritte sei aus Erz ge-wesen. Beim vierten Tempel legen aber den Grund zueinem Steinbau Trophonios und Agamedes, die kunstrei-chen Werkleute aus dem nahen Orchomenos, und umschlie-ßen das innerste Heiligthum mit fünf ungeheuren Quadern,die wir uns im Maßstabe jener kolossalen Bauart zu den-ken haben, welche man die cyklopische zu nennen pflegt. Derhier befindliche Apparat zur Weissagung war sehr einfach:über der Oeffnung des Schlundes stand der berühmte py-thische Dreifuß, eine Art Geräth, worein man Kessel übersFeuer zum Kochen stellte, mit einem Becken, welches dieZähne und Knochen des erschlagenen Drachen enthielt.Der Dreifuß diente als Sitz der Pythia und ihm dicht zurSeite grünte ein heiliger Lorbeerbaum. Die Ceremonie desOrakelertheilens wurde von einer aus delphischem Geschlechtgewählten bejahrten Jungfrau geübt, welche die Pythia ge-nannt wurde, und nach ihrem Eintritt in den Tempelzu einem stillen und abgeschlossenen Leben verpflichtet war.In ältester Zeit soll sie jährlich nur einmal den Dreifußbestiegen haben, am siebenten Tage des Frühlingsmonats,welcher für den Geburtstag des Gottes galt. Später, beivergrößertem Zudrange, wurden in jedem Monate Orakelertheilt, und es waren vielleicht nur gewisse, für unheilvoll