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Culturbilder aus Griechenlands Religion und Kunst : populäre Vorträge / A. Baumeister
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samkeit ine gehabt; sie tritt überhaupt nur da handelndauf, wo es galt, Recht und Besitz des Gottes gegen fre-velhaften Angriff zu vertheidigen, und ein solcher Fall trat(außer andern unbedeutendem) im Beginn des sechstenJahrhunderts ein. Die mächtig gewordene Stadt Kirrhaam Meer nämlich hatte sich schon längre Zeit gegen dieWallfahrer Erpressungen von Abgaben erlaubt, endlich auchein Stück geweihten Tempellandes bebaut. Auf des athe-nischen Gesetzgebers Svlon Antrag wurde von den Amphik-tyonen der Krieg gegen sie beschlossen und von den meistenBundesgliedern geführt. Kirrha leistete zehn Jahre langkräftigen Widerstand, bis ihm die Zufuhren von der Seegänzlich abgeschnitten wurden. Die eroberte Stadt wurdevöllig zerstört und die ganze anliegende Ebene dem delphi-schen Gotte geweiht. Von dieser Zeit des ersten heiligenKrieges an ist Delphi erst recht selbständig, und zu seinemfrühern Glänze kommt jetzt die Gründung der pythischenFestspiele hinzu, welche zuerst als Siegesspiele mit Ver-wendung der Beute von Kirrha gefeiert wurden. Alle vierJahre wiederholte man diese, bestehend in gymnastischenKämpfen und Wagenrennen, nach dem Muster der olym-pischen Spiele und unter Aufsicht der Amphiktyonen. Dieerste Feier fällt in das Jahr 585 v. Chr., und dies Fest,verbunden mit den schon früher bestehenden musikalischenWettkämpfen, erreichte bald die größte Berühmtheit untervielen ähnlichen und gab die Veranlassung zur prunkvollstenAusstattung.

Um die Zeit der Perserkriege tritt Delphi auch äußer-lich in das Stadium seines höchsten Glanzes, und so kannich mir nicht versagen, Ihnen noch eine kurze Darstellungvon dem vorzuführen, was sich an dem Orte zur Zeit derFestfeier dem Auge des Besuchers als Vorzüglichstes darbot.

Wer aus der heiligen Straße von Athen aus in diedelphische Schlucht eintrat, stieß zuerst nach einer Reihe