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von Gräbern, welche bei jeder griechischen Stadt nach schö-ner Sitte an den großen Wegestraßen angelegt und zumTheil in den lebendigen Fels eingehauen waren, auf meh-rere kleine Kapellen und den größern Tempel der AthenePronoia, d. h. der Vorseherin, welcher vor Befragung desOrakels geopfert wurde. Abgerissene Steinblöcke, welchenoch jetzt in großer Zahl dort am Fuße der Felsen umher-liegen , erinnern an das Wunder, welches zwei Male feind-liche Heere vor der Beraubung der delphischen Schätzezurückschreckte. Beide Male drangen die Feinde, die Per-ser von Xerxes, die Gallier von Brennus abgeschickt, biszum Tempel der Pronoia vor, als plötzlich Felsmassen,durch Sturm und Blitze von den Gipfeln losgerissen, aufdie Barbaren herabstürzten, so daß panischer Schrecken siezum Abzüge bewog. In dieser Nähe muß sich auch dasHeroengrab des Phylakos befunden haben, eines örtlichenSchutzgeistes, dessen Erscheinung nach der Behauptung derDelphier sie ebenfalls im Kampf gegen jene Feinde unter-stützt hatte. Hiernach gelangte man zur kastalischen Quelle,welche wie schon gesagt das Weihwasser für Alle war, dieApolls Heiligthum betreten wollten; und noch heutzutage istein Bassin erhalten, in welches Stufen hinabführen, zumZweck des Badens, das Ppthische Bad genannt. Krösoshatte dahin zwei kostbare Weihgefäße zum Besprengen, eingoldnes und ein silbernes, geschenkt. Von dem Wasser re-det ein schönes Sinngedicht, der Pythia in den Mundgelegt:
Rein von Herzen erschein' im Tempel des lauteren Gottes,
Wenn jungfräulicher Quell eben die Glieder genetzt,
Guten genügt ein Tröpfchen, o Pilgrim, aber dem BösenWüsche das Weltmeer selbst nimmer die Sünden hinweg.
Was man übrigens dem Wasser gewöhnlich beizulegenpflegt, die Ertheilung prophetischer Kraft, ist erst spätreErfindung; auch die Meinung, daß die Quelle dichterische
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