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Culturbilder aus Griechenlands Religion und Kunst : populäre Vorträge / A. Baumeister
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Delphi anlangt, so wurde das Hauptopfer mit Lobgesängenund musikalischen Wettkämpfen im Frühlingsmonate jedesJahres gebracht, wenn das neue Licht der Sonne nach derDunkelheit und den Wolken des Winters zurückkehrte. Eswar die Epiphanie, d. h. die schon erwähnte Erscheinungdes Gottes von seinem Winteraufenthalt bei den Hyperbo-reern. Eine besondre Feierlichkeit aber fand in jedem ach-ten Jahre statt, wo nach dem delphischen Kalender dieWiederkehr der Uebereinstimmung des Sonnenlaufs mitden Mondumläufen im Frühling eintrat, und also derGott des Lichts, welcher den Sonnenlauf beherrschte, dasJahr in seine natürliche Ordnung zurückzubringen schien.Diese Periode gehört zu den frühesten Versuchen, in Grie-chenland eine regelmäßige Zeiteintheilung und einen festenKalender aufzustellen. Die Feier bestand dann in einermimisch-musikalischen Aufführung des Kampfes mit demDrachen. Ein Knabe spielte die förmlich eingeübte Rolledes Gottes, welcher in Delphi einzieht, und stellte in kunst-reichen Bewegungen, ohne Zweifel unter Mitwirkung allerscenischen Apparate, den Kampf und die Ueberwindung desUngeheuers dar. Die das Spiel begleitende Musik wardie auf Flöte und Cither vorgetragene uraltepythischeWeise", welche sich allmälig zu einer großen musikalischenComposition ähnlich unsern Symphonien gestaltete. Ausden uns überlieferten Namen der einzelnen Sätze derselbenläßt sich so ziemlich der ganze Gang der Handlung erken-nen. Sie begann mit der Vorbereitung und Einleitungdes Kanipfes, welche wiederum ihrerseits in das Vorspiel,das Auftreten auf den Kampfplatz und die Herausforderungdes Drachen unter Zujauchzen der Parnassier zerfiel.Darauf folgte im rascheren Takt der eigentliche Kampf, be-gleitet von Trompetentönen, das Waffengeklirr nachahmend,mit der Nachbildung des Zähneknirschens und der Wuthdes Drachens. Der dritte Theil war im daktylischen Maß