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Zur Geologie von Sumatra / von Dr. H.B. Geinitz & Dr. W. v. d. Marck
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Da die Fusulina aus Sumatras Kohlenkalk von allen bisher beschriebenen Arten specifisch ver-schieden war, sollte sie von mir als F. Verbeeki eingeführt werden.

Die seitdem erfolgte Entdeckung einer ihr sehr ähnlichen, wenn nicht damit identischen Art in demVillachthale bei Kappel in Kärnten , deren Ansicht ich im März 1874 meinem geehrten Freunde, BergrathStäche verdankte, bot erwünschte Gelegenheit zu einer genaueren Untersuchung der in meinen Händenbefindlichen Exemplare von Sumatra dar, welche in einer Monographie der Fusulinen von Dr. Stäche nieder-gelegt werden wird. Allem Anscheine nach weicht Fusulina Verbeeki von F. globosa Stäche ausKärnten nur sehr wenig ab.

Da das einzige deutliche Crinoiden-Glied aus jenem Kalke mit Gliedern des Encrinus liliiformisSchl, und Encr. Cassianus Laube aus der Trias grosse Aehnlichkeit zeigt, sprach ich Herrn Verbeekgegenüber die Vermuthung aus, ob nicht die an Crinoiden reichen Schichten seiner Sendung einer höherenFormation angehören möchten, als die Fusulinen, eine Ansicht, welche Herr Verbeek in einem späterenBriefe zurückweist, da Fusulinen und Crinoiden hier zusammen Vorkommen.

Nach ihm bilden diese Kalksteine nur lange Reihen und Schollen auf einem augitischen Grünstein,welcher jünger als jener Kohlenkalk ist, dagegen älter sein dürfte, als die tertiären Ablagerungen vonSumatras Westküste, eine Ansicht, welche Herr Verbeek auch in seinem letzten Briefe vom 11. Januar1875 noch festhält.

II. Mer gelschiefer formation Verbeeks.

Die zweite in der Sendung enthaltene und nächst jüngere Formation, welche unmittelbar auferuptivem Grünstein auflagert*), ist ein diinnplattiger dunkelgrauer Schiefer, der an den Schiefer vonGlarus erinnert und wie dieser zahlreiche Fischreste enthält. Ich habe Herrn Verbeek gegenübergleichzeitig auf die grosse Aehnlichkeit einiger Arten der darin vorkommenden Fische mit jenen aus demzu der jüngsten Kreide gehörenden Plattenkalke von Sendenhorst und aus den Baumbergen bei Münster hin-gewiesen, welche Dr. v. d. Marek in: Palaeontographica, XI. 186364, sehr genau beschrieben hat. Ichrieth, Nr. 10 der Sammlung mit Fistularia Königi Ag., Recherches sur les poissons fossiles, Vol. 4,p. 279, PL 35, fig. 5, von Glarus , die Exemplare Nr. 1317 mit Osmeroides (Sardinioides) micro-cephalus Mün. und Sard. Monasterii Ag. sp. von Sendenhorst näher zu vergleichen, und hielt hiernachschon damals den Schluss für gerechtfertiget, diese fischreichen Schiefer von Sumatra zur oberstenEtage der Kreideformation in das Niveau der Plattenkalke von Sendenhorst zu stellen, wenn auchnach Mittheilungen des Herrn Verbeek ältere Glieder der Kreideformation bisher auf Sumatra noch nichtnachgewiesen worden sind.

Aus einer Mittheilung Herrn Verbeeks ersah ich, dass über das Alter dieser Schiefer noch andereAnsichten sich geltend machen, da sowohl Prof. Heer in Zürich , an welchen der Entdecker eine Sendungvon Pflanzenresten daraus zur Untersuchung gelangen lies, als auch Prof. T. R. Jones in Sandhurst, derzu demselben Zwecke eine Anzahl Fossilien aus diesen Schichten erhalten hatte, sie für tertiär hielten.

Diese Ansicht bestätigte auch ein Brief meines hochverehrten Freundes, Prof. Heer, vom 31. October1874 und seine treffliche Arbeit über die fossilen Pflanzen von Sumatra selbst, die am 22. November 1874in meine Hände gelangte.

') Vergl. O. Heer, fossile Pflanzen von Sumatra . (Abh. d. Schweizer, paläont. Ges. V. I. 1874. p. 4.)