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Tagebuch über eine mit besonderer Beziehung auf Landwirthschaft unternommene Reise durch Bayern, Sachsen-Altenburg, Königr. Sachsen, Böhmen, Mähren und Oestreich / von Albert Holland
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in den Bädern und Badgärten, dann auf zwei, demFürsten Clarp gehörigen, Höfen. Dieser Fürst besitztTeplitz und eine große Herrschaft von über 6Stunden Ausdehnung. Die Wiesen erstrecken sichohne Unterbrechung auf eine Strecke von 3 Stun-den. Zunächst Teplitz liegen 5 Wirthschaftshöfe,der erste davon, welchen wir besuchten, liegt unterLem Teplitzer Schloßberg und hat etwa 700 württ.Morgen Feld. Es besteht auf demselben eine freieWirthschaft, die Feldarbeiten werden mit Robothbeschafft. Die Ackerwerkzenge sind die in Böhmen sonstüblichen, der Ruchadlo, der sogenannte Dipoldöwalderoder erzgebirgische Hacken, eine aus 3 einzelnen Eggenzusammengesezte eiserne Egge, die eine leichte undgute Arbeit macht, aber nicht tief eingreift. DieSchäferei läßt manches zu wünschen übrig, nament-lich sind die Ställe eng und dumpfig und die Som-merlämmer scheinen die Weide wenig zu sehen.Der Rindviehstand ist sehr gemischt. Der Milch-ertrag ist an den Schaffner verpachtet. Bei dieserPachtmcthode gibt die Herrschaft das Futter her,und, da die Lieferung desselben unter Aufsicht desSchaffners steht, wahrscheinlich in nicht zu kleinerMenge. Das Pachtgeld beträgt hier für eineKuh 30 fl. CM. (36 fl. rheinisch), eine Summe,die zwar durch ganz Böhmen üblich seyn soll, dieaber bei einer so guten Milchabsaßguelle, wie diehiesige, immerhin niedrig erscheinen muß.

Auf diesem Gute fanden wir eine Braunkoh-lengrube, wie sie in hiesiger Gegend so häufig zusehen sind. Es erstreckt sich nemlich hier in großerAusdehnung 20 50 Fuß unter der Ober-

Holland, Tagebuch. 5