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die hundert Gemächer der Königsburg, und kamenendlich an jenes Fenster, durch welches den 23. Mai1618 die kaiserlichen Räthe in den Schloßgraben,jetzt den gräflich Thun'scheu Garten, hinabgestürztwurden. Obgleich sich mit dieser Gcwalttbat dieFackel entzündete, welche dreißig Jahre lang Deutsch-land verheerte und obgleich von hier aus die Zer-störung durch einen großen Theil von Europa ge-tragen wurde, so steht doch noch jetzt der alteSchreibtisch mit dem Schreibzeug ruhig, wie er anjenem Tage stand. Wir gelangten von der Alt-stadt über die alte steinerne Brücke, an dem auf ihrstehenden Johann von Nepomuk vorüber, zurKleinscite und gingen über die Kettenbrücke, einWerk der letzten Jahre, zurück in die Neustadt; vonhier wandten wir uns südlich, wo am rechten Uferder Moldau alt und ehrwürdig sich der Wissebraderhebt, die einstige Residenz der Königin Libussa ,jetzt noch fest und von kriegerischem Aeußern. Ihrgegenüber zeigt man den Ort, auf dem die Magde-burg gestanden seyn soll, deren Erbauerinnen, dieAmazonen, den schroffesten Contrast gegen die jetzigenSchönen Prags gebildet haben müssen. Im Theatersahen wir „den verkauften Schlaf."
Sonntag, den 8. September.
Die JudenstaLt. — Ein Hochamt zu St. Pcit. — Der Vmim-garten. — Erzherzog Stephan.
Fortsetzung unserer gestrigen Wanderung. Dabeigelangten wir zuerst in die Iudenstadt. Die engen