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Die Beobachtungen dauerten vom 8. bis 31. Juli 1873. An jedemAbend wurde um 9 Uhr zuerst die Leitung probirt und gegenseitigeNachricht über das Wetter gegeben. Darauf begannen die Beobach-tungen zu einer ersten Zeitbestimmung. Nach derselben fand der tele-graphische Signalwechsel zur Vergleichung der Uhren zwischen beidenStationen statt, worauf die zweite Zeitbestimmung nach Art der erstenund schliesslich eine gegenseitige Mittheilung der auf beiden Stationenerzielten Ergebnisse folgte. Nur an den Abenden des 13., 17., 21.,22., 23., 25., 29., 30., 31. Juli war der Himmel an beiden Stationengleichzeitig klar. Wenn nun auch ausser an jenen Abenden in Leipzig am 8., 9., 10., 11., 14., 15., 16., 24. und in München am 15., 16.,19. Juli beobachtet werden konnte, so wurden doch diese einseitigenund oft durch Wolken gestörten Sternbeobachtungen nicht mit unterdie Daten der Längenbestimmung München -Leipzig aufgenommen.
Zu jeder Zeitbestimmung wurde die Beobachtung von zwei Pol-sternen , einer zu Anfang, einer zu Ende für nöthig erachtet; bei demPassiren des Polsterns durch die Fäden, wenn der Stern in die Nähedes Mittelfadens gekommen war, wurde umgelegt und zwischen denCulminationen von zwei Polsternen hat man 10 oder 11 Zeitsterne be-obachtet, dabei nach dem fünften Zeitstern abermals nmgelegt. Wiesich aus dem folgenden Programm ergibt, wurde also jeden Abendsechsmal das Instrument umgelegt und wenigstens achtmal nivellirt,zumal sich an dem Münchener Pfeiler kleine, durch Temperatureinflüsseerzeugte Niveau-Aenderungen kundgaben. Die Umlegungen dienten zurBestimmung der Colliinationsfehler, das Nivelliren zur Ermittelung derNeigungen, und aus den Beobachtungen der Polsterne und der Zeitsternewurde der Fehler des Azimuths bestimmt.
Die sechs Umlegungen an jedem Abend, wenn es klar war, sindimmer beibehalten worden, und es wurde, wenn man an beiden Stati-onen an einem Abend mit Kreis „Ost“ begonnen hat, am anderenAbend mit Kreis „West“ angefangen: beide Stationen hatten demnachstets dieselbe Kreislage.
Die Sterne waren so gewählt, dass die mittlere Zenithdistanz derZeitsterne nach Süden nahezu gleich war der mittleren Zenithdistanz der