Band 
Erste Abtheilung.
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Drittes Kapitel

Huldreich Awingli.

Die Geschichte der Menschheit zeigt unter mannigfa-chen Formen stets das nähmliche, sich ewig erneuernde,Schauspiel; den Kampf kühnerer Geister gegen die Trag-heitskraft einer genußliebenden, dem Augenblick und derErde zugewendeten, Menge. Erfolg und Wirkung des-selben hangen zuvorderst von dem obersten Willen derVorsehung ab, der im Zusammentreffen begünstigenderUmstände sich kund thut; dann aber, insoweit auchMenschenkräften der Spielraum vergönnt ist, von denreinern, oder zweydeutigern Absichten, der Weisheit,der Ausdauer der Handelnden selbst. Es ist eine erhe-bende Betrachtung, tröstender Ersatz für den Anblickder Millionen von Opfern menschlicher Verkehrtheit undLeidenschaft, der Finger Gottes in der Weltgeschichte,daß, während oft die kraftvollsten, mit Einsicht undTalente geleiteten, Bestrebungen des Ehrgeizes, derSelbstsucht für ihre Urheber, für Andre, ja für Natio-nen und spate Geschlechter nur zu verderbliche Folgenhecbeyfühccn, dasjenige, was zur sittlichen Veredlungder Menschheit mit reinem Herzen unternommen, undmit Selbstverläugnung vollbracht ward, noch jederzeitedle und unvergängliche Früchte, wenn auch nur lang-sam zeitigend, getragen hat. Hiefür spricht vorzüglich

Stellungund Ein-fluß des-selben imAllgemei-nen.