113
in den Städten Rorschach, Rheinegg, Mstetten, Lindau ,Arbon verführten diese Waaren nach allen Ländern Eu-ropas ; Männer, Weiber, Kinder, alle arbeiteten. Häu-ser und Ländereien stiegen im Preise; ebenso die Gehalte.St. Gallen allein beschäftigte gegen Ende deS Jahrhun-derts 30—40,000 Stickerinnen, und die Kaufleute in die-ser Stadt und im Kanton Appenzell zahlten jährlich eineMillion Gulden an die Baumwollenspinner aus Schwabenund Tyrol. Unternehmende Leute, Glarner unter andern,deren Reisen sprichwörtlich war, durchzogen Europa , grün-deten im Auslande Fabriken und Handlungshäuser undkehrten im Alter mit großem Vermögen in ihre Heimat
zurück.
Kein anderes schweizerisches Haus that es den Zcll-wegern von Trogen im Unternehmungsgeist gleich. Siehatten Comptoirs und Niederlagen in Frankreich undItalien, spannten ihr Handlungsnetz über Deutschland ,Dänemark, Spanien und die amerikanischen Inseln ausund öffneten sich neue Wege nach Polen und Rußland bisMoskau .
Jede große Thätigkeit eines Landes in Handel undGewerbe hat ihre Phasen, ihre Krisen, ihre Revolutio-"en; Rückfälle und Störungen sind im Gefolge jedes raschaufsteigenden Glücks. Die Eifersucht anderer Länder fetzteden Produzenten der östliche» Schweiz Hindernisse entge-gen. Frankreich besonders machte ihnen insgesammt durchDouanen und Concurrenz den Krieg.") Es versetzte
l der schweizerischen Leinwandsabrikation einen Stoß^urch starke Erhöhung der Eingangszölle; seine Fabrikenkamen so in Aufnahme, daß sie wohlfeiler, als ihre Nach-tu Wir werden im sechste» Kapitel bei Anlaß des sraiizäslscheu Bünd-
"lsses von der Entziehung der Privilegien sprechen.
Xli. Btz