Band 
Zweiter Theil.
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den erbeben sich fürstlichen Palästen ähnliche Wohnungen.Woher diese dem republikanischen Geiste zuwiderlaufendePracht? Fraget diejenigen, die ihre Tapferkeit und ihrBlut in dem Dienst der Fürsten Hingaben. Mit königli-chen Gunstbezeugungen überhäuft, kehrten solche Obersten,solche Feldherrn, als Barone oder Grafen in ihre Heimatzurück, verbreiteten über ihre Familie einen neuen Glanzund vermachten ihren Söhnen oder Neffen die einträglicheEhre, denselben zu erhalten. So ward unter blutigen,im Dienst einer fremden Sache errungenen Lorbeer»,und durch die Angewöhnung an das Hoflcben und dasBefehlen jener Geist der mächtigen Familien genährt, derdas aristokratische Wesen in den bedeutendsten Kantonender Schweiz , wie in den vorzugsweise so genannten De.mokratien befestigte. Die von Erlach, die von Lentulus,die von Tillier zu Bern , die von Sonnenberg und diePfyffer zu Luzern,") zu Solothurn die von Befenvalund von Sury, in Wallis die von Curten und die vonKalbermatten, zu Schwyz die von Reding") und dieSchorno, zu Glarus die von Tschudi, in Graubünden die

>1) Im siebenten Kapitel wird man sehen, warum wir hier die Frei-burger nicht anführen.

t5) Der Botschafter de Bonnac schrieb unterm 22. Januar 1735 anden Minister: „<§S giebt vielleicht keine Familie in der Schweiz ,welche Frankreich seit längerer Zeit ein« größere Zahl guter Offi-ziere geliefert hat; ich weiß daß mehr als 10 Nedinge auf Einmal>>» Dienste standen, und daß steh in einem Laufgraben 11 Reding«befanden, die denselben auf einmal erstiegen; so sagt man auch indieser Familie, es seien mehr Nedinge in Frankreich begraben, alsin Schwyz . und ich glaube sie haben Recht; doch beweist diesauch, daß sie sich in Frankreich besser befunden haben als zu Hause,was eben so wahr ist. Keine andere Familie der Schweiz genießtim gegenwärtigen Augenblick so ausgezeichnete Gunstbezeugungendes Königs, aber sie verlangt deren auch immer neue." Suiseo,No. 319, lol. 59 u, 60.