182
hatten. ^') Da Zug allein unter den demokratischen Stän-den kein burgundischcs Salz mehr erhielt, so stieg imVolke der Verdacht auf, daß ein gewisser der französischen Partei ergebener Privatmann den Gegemvcrth dafür be-ziehe.^) Das Gespenst des Reverses von 1715 und dasVerlangen nach der Restitution weckten jeden schlummerndenVerdacht wieder auf (1763).°") Er warf sich auf EinMal auf die Wohlthaten Frankreichs und aus die neuevon demselben vorgeschlagene Kapitulation. Das Beispielvon Schwyz und das Mißtrauen trugen dazu bei, daß sichdie demokratischen Unordnungen mit der Schnelle eineransteckenden Seuche verbreiteten. Der Botschafter wollteabwarten, bis sich der Sturm gelegt hätte."') Aber diealte Erbitterung gegen die Französischen, wie man diejenigennannte, welche Jahrgclder von Frankreich bezogen, oderwelche den französischen Dienst vertheidigten, brach an derersten ordentlichen Landsgemeinde im Frühjahr 1764 inBeschimpfungen und Thätlichkeiten aus: die Freiheit derMeinung ward durch Gewaltthätigkeiten erdrückt, die Ob-rigkeit in der Person des ersten Beamten beschimpft;solcher Art war jene höchste Versammlung, welche sogardie amtlichen Aktenstücke als eine skandalöse bezeichnen. °")
221) Katholische Session zu Franenfeld, 4. Juli 1757, 4. Juli >758,3. Juli 1759.
222) I-etlro 6o Lang, in französischer Sprache, vom 22. März 1761.(Sammlung des Hrn. I. K. Zellweger.)
223) AuSzug eines Schreibens aus der Nachbarschaft von Zug, 21.März l761; französisch geschrieben. lZellwegersche Sammlung.)D'EniraigneS an den Minister, 13. August 1763.
224) D'EntraigueS, Iliict.
225) Gutachten von Rath und Burgerschafts-Ausschuß In Betreff statt-gehabte» LandSgemeindSskandaleS. Landsgemelndsstreltes Acta vorangesetzter Commissionen, litt. kl, Nr. 15, 9. Mai 1764.Pfyffer an Beautevllle, Luzern , 9. April.