Band 
Zweiter Theil.
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einwohner den Gesetzen unterworfen, welche Nothwendig»keit, Nutzen, Ordnung, Sicherheit des Eigenthums erfor-dern. Und diese Gesetze machet Ihr selbst durch Mehr-heit der Stimmen. Diese Freiheit wird aber gerade vonEuch, die ihr ungeberdig auf sie trotzt und pocht, verletztund unterdrückt. Zhr wollet Andere schrecken, zwingen,zum Schweigen bringen, Anderer Meinung unterdrücken.Entscheidet der Amtömann nicht für Euch, sondern nachEidspflicht, so wüthet, stürmt, lästert, drohet Ihr, werftAlles über den Haufen. Ist das Freiheit? Nein, Zhr

stoßt damit unsre freie Regierungsform um.. .

Verdiente Männer sind der Segen eines Volkes. Eineinziger rechtschaffener Mann hat oft ein Volk durch Rathund Standhaftigkeit geschützt. Aber selten hat ein ganzesVolk einen rechtschaffenen Mann zu schützen und zu rettengewußt. Cicero rettet Rom, Miltiades Athen; aber Rom rettet einen Cicero, Athen einen Miltiades nicht. DasVolk ist wie ein blödsinniger Fürst; beide wissen ihrewahren und verständigen Freunde von den eigennützigenScheinsreunden nicht zu unterscheiden. Es ist eine schlechteAufmunterung, Männer zum Dienst des Vaterlandes zubilden, wenn Zhr Euren Landeshäuptern so begegnet, wieZhr es thut."

Diese unverholene Sprache des unbekannten Verfasserserregte zuerst heftigen Zorn bei dem Volke. Sein Ver-dacht, seine Verfolgungen trafen Unschuldige. Steinmüllerhörte dies und nannte sich. Der Unwille besänftigte sichalsbald. Eine zweite Landsgemeinde (29. Mai) erhieltberuhigende Versicherungen über den Vertrag von 1715,nebst der Erklärung, daß Frankreich seitdem an das refor-mirte Glaruö weder Pension noch Friedengeld, weder demStande selbst, noch Privatpersonen, bezahlt habe. Also-bald wurde den Compagnien in französischem und hollän-