Band 
Zweiter Theil.
Seite
281
JPEG-Download
 

— 28 l —

Streites machen würde. 3m Juni, anf die Nachricht,daß ein Schritt zur Rechtfertigung deS Rathes von denMediatoren ausgehen würde, reichten die Cirkel dem Bot-schafter eine Vorstellung der Bürgerschaft ein. Die Me-diatoren kamen bei dem H. v. Beautevillc zustimmen."')Dieser letztere erklärte sich gleich anfangs gegen die Un-regelmäßigkeit des Schrittes der Repräsentanten, welcherder, den Bevollmächtigten schuldigen Achtung zuwider laufe.Esther, der Sache des Volkes ergeben, entschuldigte ihrenSchritt und ihre Sprache; Heidegger, mehr Diplomat,redete im Sinne des Botschafters und zog denselben Schluß,'wie sein College;"-) Ougspurger, der erste Abgeordnetevon Bern , beklagte es, daß die Mediatoren wider Willenaus der Balin, welche einzig ihrer Verhandlung einen Er-folg sichern könnte herausgerissen, und durch den republi-kanischen Geist genöthigt seien, Formen zu berücksichtigen,über die mau sich in Monarchien hinwegsetze. Sinnersprach zuletzt, und zwar mit Wärme und Bitterkeit. Erhob den Unterschied hervor zwischen der Stellung vonBeamten eines Freistaates und derjenigen deü Ministerseines großen Königes. Er zeigte, wie die erster» für ihreHandlungsweise einer größer» Zahl im Range Gleichge-stellter, aber in ihren Ansichten getheilter, verantwortlichseien, wie der Tadel alle ihre Schritte treffe, wenn siesich nicht auf den gemessenen Befehl ihrer Obern stützenkönnten; er wies nach, wie der große Rath von Berngetheilt, die genferischen Demagogen durch einen geheimenRath, dessen Schutz sie so vermessen mache, unterwiesenund geleitet, und durch Männer, die er nöthigenfalls nen-

1«I) Am 25. Juni-

IV2) Sogar die Regierung von Zürich berief sich hiefiir in einemSchreibe» an den Herzog von Choiseul , vom 3. Juli 1766, aufden republikanischen Geist der schweizerischen Perfaffungcn.