Band 
Zweiter Theil.
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Februar 1790 ließen sie im Archiv zu Turin die alten,auf die Stände der Waadt und ihre Freiheiten bezüglichenUrkunden nachschlagen. """) Die Einberufung dieser Ständewar die Losung der Patrioten geworden. Allein währenddieser Zeit wurden die Waadtländer und ihre angesehen-sten Familien durch den Hochmuth einiger Amtleute undBürger von Bern verletzt.""") Der Landvogt von Nyon ,der berühmte von Boustetten, zeichnete der Regierung dieseslächerliche Benehmen, dessen Gehässigkeit auf sie zurück fiel.Die letztere suchte so großer Unklugheit zu steuern.""")Viele Umstände trugen zu ihrer Beunruhigung bei: dieLandstreicher, welche in Folge der revolutionären Bewe-gung in Frankreich gegen die Waadt hinströmten undderen Grenze zu überschreiten versuchten;""") die steigendeZahl von Fremden, die dort ankamen;""') die geheimeVerbreitung von Schriften, die gegen die Behörden ge-richtet waren; die Unvorsichtigkeit gewisser öffentlicherAngestellten.""") Wenn mitten in der politischen Aufre-

287) Protok. des G. N. 20. Februar 1790.

288) 1783 ließ ein junger Berner-Patrizicr i» einer waadtländischenStadt eine Subskriptionsliste zur Bildung einer Gesellschaft her-umbieten. worin es hieß: „von derselben sollen ausgeschlossen seinalte Bcrufsleute, Kleinhändler, Chirurgen u. s. f. aveo qui ii(sie) li'x n satisknolion » gronärv gu'ü coups <1o Iiäton."Holtinger, Vorlesnngcn I, 68, Anm. Siehe auch Olivior»Nist. «Io In Növol. Iiolvel Sans lo 0. <Io Vauä, 6, n.

289) Protok. de« G. N. 2. August 1790.

290) lbiä. 20. Juli 1789. 291) Il>i<I. 26. Juni 1790.

292) IliiU. 13. August >789. Die Regierung erhielt indessen auchBeweise von Anhänglichkeit. Sie ließ bei Gelegenheit des Wer-kes eines GenferS zwei jungen Anwälten von MorgeS , H. Muret,der dasselbe gelesen, aber mit Entrüstung inS Feuer geworfenhatte, und H. Cart, der es »„gelesen dem Landvogt einlieferte,ihre Zufriedenheit bezeugen.

293, Der Regierung eingereichte Klagen hatten zur Folge, daß dieseallen Landvügten der Waadt befahl, nicht zu gestatten, daß die