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Freudigkeit, die Revolutionsfreunde in Bestürzung. Balddarauf erfüllte die Verhaftung des Fürsten zu Varennes ,und seine gezwungene Rückkehr das Berner Patriziat mitTrauer; die waadtländischen Städte am Ufer des Lcmandagegen bezeugten eine unsinnige Freude darüber. Die-ser Gegensatz und der plötzliche Umschlag reizten den Par-teigeist heftig."") Bereits im vorigen Zahre hatte dieBogenschützengesellschaft in Rolle die Einnahme der Da-stille durch ein Gastmahl gefeiert. Dieses Jahr, am 14.und 15. Zuli, hatten in Lausanne , Vevay, Pverdon, be-sonders aber in Rolle noch glänzendere Festlichkeiten statt.Man hängte dort die Farben des revolutionären Frank-reichs und dessen Sinnbilder aus, sang vor einer MengeZuhörer Lieder, die von der Revolution erzeugt waren,und lud die Zuschauer zu republikanischem Handschlag undBruderkuß mit den Gästen ein. Die Gattin des Land-vogtS von Rolle kam während des Gelages in der Nähedes großen Platzes vorbei. „Bürgerin ", schrie man ihrzu, „komm und trink auf die Freiheit." Sie erwiederte:„Ich bin eine Dame, bin frei und habe keinen Durst." "')Die Hitze, der Wein und Tanz wandelten einzelne dieserZusammenkünfte in wahre Orgien um und riefen Aeuße-rungen hervor, die Vorboten der Empörung waren.Uebertriebene Gerüchte von solchen Unordnungen beunru-higten mehrere Kantone, welche Bern ihre Unterstützunganboten.
Durch diese Festlichkeiten veranlaßt schickten eine großeZahl waadtländischer Gemeinden Ergebenheitserklärungenan die Regierung. Wie zur Zeit Dusels"-) erklärten sichdie vier Gemeinden deö Reifthales zuerst gegen jene Aeuße-
320) vs ltovörvs, I.. l, eh. 4.
321) Erinnerung einer Zeitgenossin.
322) Band XI, S. 188, 187.