581
Verlauf dieser Unruhen willkürliche Wege eingeschlagen,und daß sie einen großen Fehler begangen habe, die Ehredes waadtländischen Volkes in der Person seiner Beamtenzu verletzen?"')
Bern befahl die Gefangenen menschlich zu behandeln,"^)Dennoch waren die Strafen hart. Cand, Schreibmeisterzu Moudon , und Chanson, Schullehrer zu Mathod, wur-den wegen aufrührerischer Reden zu zehnjähriger Zwangs-arbeit vcrurtheilt.""") Verbote, Drohungen, Untersuchun-gen, Strafen, Polizei, Justiz, geheime Maßregeln, öffent-liche Schritte vermochten nicht, dem Strome der Revo-lution einen Damm entgegenzusetzen. Mochten die Ein-wohner von Cully immerhin mit ergebener Freude daSsiebente Jubiläum der Gründung BernS feiern;""') moch-
361) Ite kovärea, l. I, ck. 4.
362) Beseht an den Landvogt von BIvtS, Rosset und Mütter de laMoUe in Chillon anständig behandeln zu lassen. Brot. des G.N. 3. Scpt. >791. — Dem G. R. wird berichtet, daß einesder beiden für Cand und Neymondin bestimmten Zimmer miteinem eisernen Laden verschlossen sei, den man nicht öffnen könne,und der dem Zimmer fast alles Sonnenlicht entziehe. Der Rathwill dies nicht. Der Laden soll am Tage geöffnet bleiben, undnur bei Nachtzeit geschloffen werden. Prot. vom 7. Oktober 1791.— Cand wird krank; er ist sehr unruhig über die Cristenz seinerFamilie. Der G. N. beauftragt die welsche Commission, zu un-tersuchen, ob nicht der Prozeß beschleunigt und von demjenigender andern Angeklagten getrennt werden könne. Er läßt der Fa-milie Cand'S zwei Säcke Korn und 100 Gulden zukommen, be-fiehlt aber dem Landvogt, diese Unterstützung nach und nach, inseinem eignen Name» und in aller Stille zu verabreichen. Ibick.7. und 19. November, 1. Dezember l79l. Besehl an den Com-mandanten von Aarburg , für Rosset und Müller zwei Zimmeranständig einzurlchte», mit Betten und Meubeln zu versehen.Ibick. 29. März 1792.
363) Protok. der 200, 27. April 1792.
361) Protok. des G. R. 7. August ,791.