Band 
Zweiter Theil.
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alte gegenseitige Mißtrauen und die Ungleichheit der In-teressen jedeö Einverständniß und jedes Zusammenwirken.

Indessen schrieb man eine außerordentliche Tagsatzungnach Aarau aus, um gemeinsame Maßregeln zu ergreifen.Sie ward am 27. Dezember 1797 eröffnet und dauertebis zum 31. Januar des nächsten Jahres. Beim Mangeleiner eidgenössischen Kriegsverfassung empfahl sie den Kan-tonen, zur Vertheidigung des Vaterlandes das Ihrige bei-zutragen. Einige trösteten sich mit dem Gedanken, derSturm, der sich in Frankreich gegen die Schweiz vorbe-reitete, würde sich nur über die Aristokratien von Bern ,Solothurn und Freiburg entladen. Durch neue Beschwö-rung der fünfhundertjährigcn Bünde hoffte die Tagsatzung,sich bei den fremden Mächten und bei den Aufhetzern imeignen Lande in Achtung zu setzen. Man bildete sich ein,den Krebsschaden der Schweiz zu heilen, wenn man ihnmit Blumen zudeckte. Unter Glockengeläute und Kano-nendonner fand die Feierlichkeit Statt; prächtige Redenwurden gehalten. Nach geleistetem Schwüre umarmtensich die Gesandten unter lautem Beifallsruf des Volkes.Eidschwüre, Feste, Beredsamkeit, Freudengeschrei, alleswurde aufgeboten, um die gefühlte, aber nicht eingestan-dene Ohnmacht zu verbergen. Allein um die alte Eid-genossenschaft war es geschehen.