XXIX
sucht uns den Glauben zu entwenden, die Heiligung allerFreiheiten.
Vielleicht werden diese Worte durch unsere Erzählungeinige Kraft gewinnen. Zm Geiste der Männer, dievor uns die Feder ergriffen haben, wenn auch nicht mitder Kraft ihrer Rede, wollen wir aufzeichnen, wiedie Freiheit bewahrt wird, und wie sie verloren geht.Zwei Male ist das Werk, das vom Genie begonnen,mit einem seltenen Talente fortgesetzt worden; beide Malevon Schriftstellern der deutschen Schweiz . Auch einSohn der französischen Schweiz will den Faden dieserGeschichte wieder aufnehmen. Er faßt ihn bei dem Ab-schnitte , wo die Gebiete romanischer Zunge in den Bundtreten; wo die Kantone, von Deutschland bald völlig ab-gelöst, ihre Waffenbrüderschaft mit Frankreich schließen;wo die Schweizergeschichte, nachdem sie, wie jede Ge-schichte, mit den Göttern begonnen, näher an uns auchmenschlicher wird. Weder die Menschen noch die Dingeerscheinen mehr in jener neblichten Ferne, worin sichihre Gestalten vergrößern. Die Quellen sind nicht mehrjene epischen Gesänge, die der Stolz der neuen Freiheitund der Sieg eingegeben; noch jene langen Strophen,in denen der Kriegsmann bald scherzt, bald seinem Zornegegen die Feinde Luft macht. Die Geschichte hat selbstden nicht so fernen Zeitraum verlassen, wo jede Stadtihre Chronik besaß, weil sie ihren Theil von Ruhm derNachwelt zu überliefern hatte. Wenn Müller seinenWeg durch die Nacht der Zeiten suchen mußte, so habeich in der Nacht der Aristokratien gewandelt. Ich habeJahrhunderte durchschreiten müssen, wo die Geschichteunter Aufsicht der Censur stand, und überall geheimeRäthe handelten. Ich habe für die Leere der offiziellenBerichte einen Ersatz in den Rathsprotokollen, den Brief-