32
nur daß die kleine Republik durch ihre neue Schuld denKantonen zinspflichtig geworden, und daß Bern , des Besch-leus gewohnt, diesen Ton auch gegen die schwache Stadtannahm. Neckereien, blutiger Streit und Scharmützelbegannen wieder. Der Herzog gab den Gedanken nochimmer nicht auf, Genf zu überfallen; er reizte es unauf-hörlich und ermüdete es mit falschem Lärm; er hielt ihmdie Lebensmittel zurück^), gab aber die Märkte wiederfrei, sobald Bern drohte. Eine neue Konferenz zu Peter-lingen in Gegenwart von Gesandten der Kantone änderteweder die Lage noch die Stimmung der Parteien. DieVermittler bestätigten den Vertrag von St. Zulien, unddie Bedingungen, welche sie demselben beifügten, brachtennicht die geringste Wirkung hervor. Sie verurtheilten Genf ,das Vizthum wieder einzusetzen. „Der Herzog soll erst dieGefangenen freilassen, die er uns zurückhält," sagten dieGenfer. Die Vermittler befahlen dem Herzog, die Ge-fangenen loszugeben. „Das soll geschehen, sobald Genf meinen Vizdom aufgenommen," entgegnete der Fürst. DieFeindseligkeiten dauerten fort und von beiden Seiten wur-den die Eidgenossen mit Klagen ermüdet. — So standendie Dinge, als in Genf eine Revolution von der höchstenWichtigkeit sich Bahn brach. Anfänglich kaum bemerkt,wirkte sie allmälig und gestaltete in kurzer Zeit Religion,Politik und Sitten der Republik neu^). Das geschahdurch die Reformation, von welcher wir sprechen werden.
22) „Und so oft der Herzog die Lebensmittel aufhielt, dann waren sie zuGenf im Ueberflufse, weil die Bauern hofften, sie daselbst zu einemhöher» Preise zu verkaufen. Man kam sogar aus der Umgegend,Einkäufe zu machen."
23) Die nämlichen Quellen. — 3ennne lle llussis, Is eowmsneoiiientlls l'kerösis <Ie Osnevs. — Notizen aus den Archiven der Waadt -länder Schlösser.