Band 
Erster Theil.
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die Mißbrauche niedergeschmettert, wo ihnen solche nurentgegen treten mochten. Aber am Ende mußte dochdas Niederreißen aufhören, und ein Symbol und eineVerfassung mußten die verjüngte Kirche umfangen. Aufdie Helden folgen die Männer der Organisation, Me-lanchton, Bullinger, Calvin. Wir sind in jene zweiteEpoche aller Revolutionen gelangt, wo der Boden, dender Krieg verschafft hat, durch Anbau feinen Werth er-hält. An diesem Werke haben wir nun die Städte derEidgenossenschaft zu betrachten.

Diese Städte nannten sich Schwestern, standen unter-einander in einem Bunde der Seelen, aber besaßen nochkein gemeinschaftliches Glaubensbekenntniß. Die Formeln,welche die einzelnen Städte mitten in ihrer politischenund religiösen Revolution aufgestellt hatten, mußten inmanchem untergeordneten Punkte von einander abweichen.Zu allen Zeiten haben sich, wo ein neues Leben aufge-gangen war, auch die verschiedenen Geistesarten daringeltend gemacht. Der Glaube hat in dem gelehrtenAlcxandrien einen andern Ausdruck bekommen, als aufden phrygischen Bergen; Tertullian hat anders als Ori-gines, Fenelon anders als Bossuet davon gesprochen.Jede einzelne Stimme hat uns nur einen Buchstaben desNamens gelehrt, der ob allem steht, was ein Mund zunennen vermag: die Uebereinstimmung findet sich nur imTode, oder in der Vollkommenheit. Die Geschichte zeigt,wie Asien dem Evangelium seinen Hang zur Spekulationund zum Geheimnisse, wie der Westen ihm den Geist derUntersuchung und den Durst nach Freiheit mitgetheilthat. 2m sechszehnten Jahrhunderte trat dieser Gegensatzwieder auf einem neuen Schauplatze auf. Ze näher dievom Norden ausgegangene Predigt der Reform denGränzen Frankreichs und unsern Thälern rückte, desto