Band 
Erster Theil.
Seite
367
JPEG-Download
 

367

doch hatte er, der eine Welt regierte, kaum ein Vater-land. Während sein Name im Auslande Ehrfurcht gebot,und den Völkern der Reform zum Losungsworte diente,erfuhr er in Genf Beleidigungen und Widerspruch. Ergemahnt uns an Gregor VII , den mächtigsten Papst, derje die dreifache römische Krone getragen hat, welcherKönige entthronte, Provinzen vertheilte, die Majestät desKaisers demüthigte, und in Rom zuweilen nicht wußte,wo er sein Haupt hinlegen könne. Calvin befand sich oftin dieser Lage. Es vergingen vierzehn Zahre von seinerRückkehr an, bis er in Genf das Ansehen gewann, indessen Besitz man ihn sich vorstellt. Ost unterlag er bei-nahe. Das Volk hatte allerdings seine Kirchenzucht an-genommen; doch ob der Handhabung derselben entspannsich erst der Kampf.

Anfangs war der Widerstand mehr heimlich, alsöffentlich. Doch klagten die Geistlichen, wie das Volk,nicht selten über Gewaltherrschaft. Diejenigen Pfarrer,welche von Calvin abwichen, beriefen sich auf Bern , aufZürich, sogar auf Basel , wo die schwache Kirchenzucht,zu der es Oecolampad gebracht hatte, sich, aller Bemü-hungen des Myconius ungeachtet, nicht halten konnte ^).Calvin zeigte ihnen dagegen ihre Pflicht in der heiligenSchrift gezeichnet; durch Erfahrung jedoch belehrt, wiewenig man in einem Tage der Gewohnheiten und desGlaubens einer Nation sich bemeistert, hütete er sichwohl, alles auf einmal zu begehren^'). Seine nächste

33) Mykonius, v. Kirchhofer. — Genfer Prot.

34) »II »Kit Lveo uns inerveilleuss ino6erst>oil, Isissnt voirIn aikerencs 6s Zesus - Okrist et äu kspo, et ns bISinantPoint Is8 L^Iises yui o'etaient psrvenues s oeUs perleolion.«Lere. Dessen Brief an die Kirche von Menlbelliard. Roset.