Von nun an beugte sich alles unter dem AnsehenCalvins. Alles neigte sich, wie die Genfer sich ausdrückten,vor der Majestät seines Charakters "^). Ohne Kampfkonnte er nunmehr jene Einrichtungen befestigen, die zwei-hundert Jahre lang in Genf bestanden huben "°). SeinSieg war das Heil der Republik . Hätten seine Gegnerobgesiegt, so würde die Stadt nicht nur die große Rolle,zu welcher die Vorsehung sie berufen, nicht durchgeführt,sondern vielleicht nicht einmal ihre Unabhängigkeit be-hauptet haben. Zweifelhaft bleibt wenigstens, ob sie sogroßen Muth gezeigt, dem Verrath so unzugänglich, zuallen Opfern so bereit gewesen wäre. Sie würde jeneslebhafte Mitgefühl nicht erweckt haben, aus welchem,so bald man sie bedroht wußte, von allen Seiten Freundezu ihrer Hülfe herbeieilten. Nächst Gott war Calvinihre Kraft; er und jene Fremden, die sich um ihn ge-schämt hatten, und sich als Genfs eben so entschlossene Ver-theidiger erwiesen, als dessen eigene Söhne. Sie warenaus Süden und aus Norden gekommen"?), aber EinGeist beseelte sie. Sie hatten für ihr neues Vaterland allespreis gegeben. Sie liebten dessen Zucht und unterwarfen
155) „ tiruvilus 6t alkeelus. "
158) Seinen Sieg verglich man mit Davids Triumph über Goliath.Und als ein zweiter Salonion, hieß es, verwende er nachdem Kampfe alle Sorgfalt auf die Erbauung des Tempels. —Seine Exegese der Bibel war so klar und so schlagend, daß sieim Auslande alles einnahm.
157) Im Auditorium predigte man englisch , im Kollegium italienisch,zu St. Gervais spanisch, in St. Germain flämisch. Im Geistewaren alle einig. — Nun entstand der Genfersiun, nicht der desneuern Genfs , sondern der Stadt Calvins: trocken, genau,gedrängt, bedächtlich, ohne Naivität noch Offenheit. GegenFroments oder Bomvards Sprache ist der Abstand groß.