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war 1548 zu Rom gestorben, wo er seine letzte Zeit,ferne von den ihm verhaßten Spaniern, in Vergnügungenund Gleichgültigkeit zugebracht. Ein friedlicher Mann,Bernardino de la Croce wurde sein Nachfolger.Aber so schlimm stand es um die Sitten, daß man dieWeihe als einen Freibrief des Dünkels und Müßiggangsansah. Der geistliche Stand, dieses Salz der Erde,war zum Asyle der verdorbensten Menschen geworden.Die Priester benutzten ihre Befreiung von den welt-lichen Gerichten dazu^), sich in alle Handel zu mischen.Zu den Schenken waren sie zu erkennen an ihren wei-ten, geschlitzten Beinkleidern, an ihren großen Hals-krausen, ihren weißen Handschuhen und der Zierlich-keit ihres langen Bartes. Sie trugen Pistolen in denFalten ihres Gewandes. Sie gingen auf die Zagd, selbstzu verbotener Zeit. Der Pfarrer zu Barbengo triebViehhandel, machte den Faßbinder, lebte öffentlich mitseinen Bastarden. „Wer verdammt sein wolle, möge nurPriester werden," pflegte man zu sagen. Die meistenkonnten kaum ihre Namen schreiben, und überließen denMönchen die Predigt. Ob die Unwissenheit oder die Laster-haftigkeit des Volkes größer war, war zweifelhaft ^). Esgab Jahre, während denen nur in der Vogtei Locarno bisauf zwölf Morde, meist aus Rache, verübt wurden^).
67) Nmer ihm ließen sich die Jesuiten in Como nieder. Leu. —Die Landvögte machten Eingriffe in die bischöfliche» Rechte,freilich nicht im allgemeinen Interesse, sondern in ihrem eigenen.Sie ernannten und entsetzte» die Chorherren in Locarno undgaben Kindern Stellen, die sie verdienstlichen Männern ent-rissen. Tagsatznngsabsch. von, 14. Mai 1530, 14. April 1534.
88) Die Tagsatzungsabschiede sind voll davon. Niemand kannte dasVaterunser, wenn er nicht lateinisch gelernt hatte. De Porta, I. 44.
69 „Der Wucher sog das Volk bis auf den letzten Blutstropfen aus."
70) Absch. von 1537.