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Ueber englische Landwirthschaft und deren Anwendung auf andere landwirthschaftliche Verhältnisse insbesondere Deutschlands / nach eigener Anschauung von A. von Weckherlin
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sind nebeneinander Stallchen für die Kälber, jedes von vielleicht100150 Quadratfuß, durch etwa 3 Schuh hohe Brettervcr-täfcrung abgetheilt, und jedes Kalb geht einzeln frei in solcherAbtheilung. Der Boden dieser Stallchen ist von Dielen und etwa1 2 Schuh über dem Pflaster des Stalls erhöht, um die Kälbcr-ställe immer ganz trocken, luftig und ohne unreinen Geruch zuerhalten, auf was die Engländer mit Recht großen Werth legen,was aber bei uns gewöhnlich sehr vernachlässigt wird. Beimanchen solchen Einrichtungen war dann noch die Vorrichtungangebracht, daß jedes der Ställchen außer dem Futtertrog nochzwei Tröge enthält, von welchen der eine die Milch zur Ernäh-rung der Kälber aufnimmt, durch den andern aber immer frischesWasser fließt.

Schafställe sind keine nothwendig, weil die Schafe Som-mer und Winter in den Koppeln gehalten werden.

Die Schwein stalle sind meistens mit großer Sorgfaltgebaut. Es sind immer abgesonderte, geplättete reinliche Borhöfcdabei, wo die Thiere frei aus- und eingehen können, auch meistensihr Futter erhalten. Die Stalleinrichtungen sind sehr reinlich/luftig und trocken, allein vorzüglich nur dem dortigen Klima mitweniger strengen Wintern entsprechend. Die Schweinhöfe werdenso gestellt, daß die Thiere von ihren Vorhöfchen auf Waideräumegelassen werden können.

Die Molkerei-Gelasse zeigten mir bei gewöhnlichen Land-wirthen weit weniger Bemerkenswerthes, als ich erwartet hatte,und nichts so Eigenthümliches wie z. B. in Holland . Ausnahme»hiervon machen die schönen Milchhäuser in manchen Parken derReichen. Es gehören diese aber mehr dem Lurus als der Ocko-nomie an. Sie sind gewöhnlich an sehr schattigen, kühlen Orte»freundlich erbaut, mit rankenden Gewächsen umzogen, dabei luftigund mit Vorrichtungen, durch welche frisches Wasser zugelasst»werden kann.