Geschichte derSchweiz. ^ »7.
Jahr der großen Wanderung herankam/ und alle Mann-schaft aus den Gauen / gerüstet, in dem Vaterland ihrelehre Gemeine hielt, bestimmte sie den Tag, an welchemdas ganze Volk an dem Ausflusse des Lemanifehen Sees"m Rhodanstrome sich versammeln sollte. Aus dieserAusammenkunfc eilte jeglicher zum letzten Mal in die vä-terliche Wohnung,'und, nachdem alle Hclvekier die un-vermögenden Greise, die Weiber und Unmündigen mitLebensrnitteln für drey Monate und ihren besten Sachen,auf Wagen geladen, verbrannten sie ihre zwölf Städte,vierhundert Flecken oder Dörfer, und alle Häuser imLande. So thaten auch die Bundesgenossen; über denJura zogen von Naurachcn herauf drey und zwanzigtausend Männer und Weiber; es kamen aus Tulingiensechs und zwanzig tausend, vierzehntauscnd vom Lande 'Laiobrigien; auch von dem Venerischen und AkronischenWasser») zwey und dreyßig tausend kriegerische Bojen:die vier Gaue, zweyhundert und drey und sechszig tau-send Helvekier, waren vor andern groß an Volk, Ruhm ^und Muth; unter allen leuchtete an der Spitzender Tigu-rincr ein streitbarer Held in grauem Alter, Diviko, wel-cher vor fünfzig Jahren den Confnl überwand.
Ganz Gallien erwartete in Furcht und unruhigem Hinderniß.Stillschweigen die androhende Unternehmung; auch Rom gedachte der Cimbrischen Zeit. Also, unter dem Consn.lat des L. Calpurnius Pifo und Aulus Sabinius, wurdeCasus Julius Cäsar , Consul des vorigen Jahres, alsFeldherr nach der Gallischen Provinz gesandt: in derGallischen Provinz und in Italien geschah die Mahnungund Musterung; die Beurlaubten wurden in die Waffengerufen; an die Gallischen Städte Gesandte geschickt' °);