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von der Zeit; die Zeit ist die treue Bundesgenossin seinerPolitik." r)
Das war auch Friedrichs Ausfassung. Deshalb hat ersich niemals von Unterhandlungen mit Oesterreich Erfolgversprochen. „Er kenne, pflegte er zu sagen, den Hochmuthund den Stolz des Wiener Hofes;" Oesterreichs „Absicht"gehe doch nur immer „dahin, jeder bestimmten Auslassungauszuweichen," bis es irgend einen ihm Vortheilhaften Stütz-punkt gewonnen habe. Und der Erfolg hat auch na-mentlich bei den Anlassen des siebenjährigen Krieges seineMeinung bestätigt. Darum betrachtete er diesen vor allemaus dem Gesichtspunkte der Ehre. Seine Politik hatte dasLicht nicht gescheut; sie war gerade und offen gewesen , weilsie eine kühne und entschlossene war. Jeder Gedanke anEroberung lag ihm damals fern; er erklärte dem englischenGesandten ausdrücklich, daß er „keineswegs die Absicht hege,neue Erwerbungen zu machen." Aber er wollte die einmalerrungene Stellung durch Energie behaupten, sie nicht sichwieder nehmen, durch heimliche Intriguen untergraben lassen;das gebiete seine und Preußens Ehre. „Schauen Sie mirins Gesicht!" — rief er aus — „Glauben Sie, daß meineNase gemacht sei um — Nasenstüber zu empfangen? BeiGott ! ich werde sie mir nicht gefallen lassen." Von einemnachgiebigen Entgegenkommen wollte er nichts wissen. „Nein!— sagte er — das kann nichts helfen; Sie kennen dieseLeute nicht, es wird sie nur stolzer machen, und ich werdediesen Leuten da nicht nachgeben! Bei Gott, ich werde ihnennicht weichen!"
Die Frage war nun aber die: welche dieser beidenMächte als Siegerin aus dem Kampfe hervorgehen würde?ob der alten die Wucht der Jahrhunderte, oder der neuen die
>) lmksbvro, tusi. äss cabinoks äs I'biurope. ksris 1845. 1, 229(Uebers. v. Diezinann 1,220).
-) Bericht des englischen Gesandten Mitchell in meiner Zeitschrifts. Geschichtswissensch. Bd. l. S. 160.152.
-) Ebendas. S. 159.180 f.