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fort und fort in Frage gestellt oder verkürzt werden konnten?War endlich die Politik nicht die richtige, welche das Wesenüber die Form stellt und ihren Thaten das Gepräge desersteren einimpft, welche es verschmäht alles auf einmal voll-bringen zu wollen und, was in dem einen Zeitpunkt nichtwohl gelingen kann, den Nachfolgern zur Fortführung undVollendung anheimgiebt?
Das waren die Fragen, die sich unabweislich aufdrängen,die zur Entscheidung kommen mußten.
Es fehlte nun nicht an alten und an frischen Aufstache-lungen, welche, selbst mit Berufung auf Schicksalsverkündungcn,den König anzutreiben schienen, die Kaiserwahl auf sich selbstzu leiten. Wir können nicht umhin, der merkwürdigsten Er-scheinung dieser Art, weil ihr die Bedeutung eines Impulseszugeschrieben ward und weil sie eine beispiellose Aufmerksamkeitauf literarischem Gebiete erweckte, hier näher zu gedenken.
iviederauftauchen und politischer Kern der LeninschenWeissagung.
Mit den Anfangen Friedrichs des Großen tauchte näm-lich von Neuem und mit bis dahin unerhörtem Eifer die Le-ninsche Weissagung auf.
Daß dieselbe nicht aus grauer Vorzeit von einem LehnincrMönche Hermann herrührte, sondern um das Jahr 1605,wahrscheinlich in Berlin , verfertigt worden sei, ist nach denneuesten Untersuchungen in meiner Zeitschrift wohl als aus-gemacht zu betrachten. P Ob dem Kammergerichtsrath undKonsistorial-Assessor Seidel, der 1693 starb, die Autorschaftzuzuschreiben sei, oder dem Propst Andreas Fromm zu Köln
') Fr. Wilken: „Ueber das s. g. VaUa. I/skininense" und Giesebrecht:„Die Weissagung von Lehuin und Chr. H. Oelven." Nllg. Zeitschrift f.Geschichte 1846. Bd. VI. S, 176 ff. S, 433 ff.