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Preussens deutsche Politik : die Dreifürstenbünde 1785, 1806, 1849 / von Dr. W. Adolf Schmidt
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ist noch in frischem Andenken und also unnöthig allhier wiederaufzuwärmen*)."

Was aber ist denn nun der Grund dieses besonderenInteresses, wodurch thatsächlich alle anderen ähnlichen Weis-sagungen bis zu gänzlicher Verschollenheit in den Hintergrundgedrängt wurden?

Die charakteristischen Merkmale der Dichtung sind: 1) Haßgegen alles Fremdländische, namentlich gegen das Franzosen-thum. 2) Erbitterung über die Perioden der Abhängigkeit derbrandenburgischen Politik von Oesterreich ; daher der MinisterSchwarzenberg unter Georg Wilhelm als einverworfenerSklav" bezeichnet (V. 71), und das ganze Land zur Weh-klage aufgerufen wird, weil der Nachfolger des großen Chur-fürstennicht in des Vaters Fußstapfen trete" (V. 76).3) endlich das Verlangen sowohl nach kirchlicher wie nach na-tionaler Einheit Deutschlands , welche mit der größten Zuver-sicht der Zukunft verheißen wird;der Hirt wird die Heerde,Deutschland den König zurückempfangen" (N. 95). Und diesegroße Umwandlung sollte sich an die Schicksale desletzten"Regenten von Brandenburg knüpfen!

Wie wunderbar mußte diese Prophezeiung in Friedrichsdes Großen ersten Regierungsjahren erscheinen! Schien sienicht einen Untergang des deutschen Kaiserthums vorauszu-sehen, indem sie dessen Wiederherstellung verkündete? Stammtesie nicht angeblich aus einer Zeit, da es in allseitig aner-kannter Wirksamkeit stand, oder wie die Gelehrten meintenaus einer Zeit, wo es nach wie vor unangefochten das HausOesterreich inne hatte? Aber eben diesem Hause war derUrheber der Weissagung entschieden abhold; und grade jetztwar die männliche Linie der Habsburger erloschen, ein Inter-regnum eingetreten; die Politik Preußens hatte entschiedenerdenn je mit Oesterreich gebrochen; Maria Theresia vermochtekaum ihrer Feinde im Erbfolgekriege sich zu erwehren; ihr Ge-mal Franz hatte keine Aussicht auf die Kaiserkrone; Friedrich

') Preuß. Wahrsager S. 8.