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Preussens deutsche Politik : die Dreifürstenbünde 1785, 1806, 1849 / von Dr. W. Adolf Schmidt
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stenthums bemächtigen wollte. Der Minister Hertzberg leitetedie diplomatischen Operationen, und als diese nicht zum Zieleführten, da erschien ohne Verzug das Kriegsmanifest, wodurchPreußen nach Hertzbergs Ausdruck sich die andauernde Er-kenntlichkeit der pfälzischen Familie und des baierschen Volkeserworben hat." Durch den Teschener Frieden 1779 wurdeBaierns Fortdauer gesichert, der frühere Besitzstand größten-theils, aber wider Willen der preußischen Diplomatie nicht inseinem gesammtm Umfang erhalten, da das Jnnviertel, ob-wohl gegen gewisse Entschädigungen, an Oesterreich abgetretenwurde *). Wichtig ist, daß nunmehr durch die Vereinigungder baierschen und der pfälzischen Churwürde die Stimmen-zahl im Churfürstencollegium auf acht herabsank.

Die andere Absicht war darauf gerichtet, jeden, auch dengeringsten Uebergriff des Kaisers, wodurch der Einfluß Oe­ sterreichs auf das deutsche Reich verstärkt werden könnte, ent-schieden zurückzuweisen. Hierin fand das frühere Bestreben,dem Hause Oesterreich die Reichsgewalt selbst dem Namennach zu entwinden, seinen Ersatz.

Es braucht kaum bemerkt zu werden, daß die negativeForm des Kampfes die positiven Zwecke umschloß und gleich-mäßig zu fordern bestimmt war. Indem Preußen dem öster-reichischen Einfluß auf das deutsche Reich nur das Gegen-gewicht zu halten schien, suchte es eben unter dieser Formdem preußischen Einfluß das Uebergewicht zu verschaffen. Aberdiese negative Form gewährte den Vortheil, daß sie überalldie bereitwilligste Unterstützung fand, während dem positivenWollen bei jederzeit fertigem Mißtrauen die Sympathien sichso leicht verschließen.

Wie die deutsche Politik Oesterreichs eine österreichische,so ist auch die deutsche Politik Preußens darüber darfman sich nicht täuschen stets zunächst eine preußische ge-wesen, und sie kann auch nur in dem Falle zu einer wahr-

krveis <te Ig csrriöre Mplom. 6» cointe <Ie tlertrder§; In meinerZeitschrift f. Geschichtswiff. Bd. I. S. 22. Lertrberx, reeuoil 2, 276 k.