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Tragödie in Athen den Gipfel ihrer Vollkommenheit erreichensehen.
Die Hellenen nannten den Gott, welchem sie die Fruchtdes Weinberges dankten, Dionysos ; es ist der nämliche, denwir unter dem Namen Bacchus besser kennen. Doch faßtenihn die Griechen etwas allgemeiner, als wir den Bacchus; erwar ihnen die Verherrlichung des üppigen, reichen Lebens derfrüchtebringenden Natur überhaupt. Sie verehrten ihn mitOpfern und Chören, d. h. Chorgesängen und -tänzen. Wäh-rend das Opfer, in der Regel ein Bock, auf dem Altare flammt,tanzt der Chor um diesen herum, indem er zur VerherrlichungDes Gottes einen Gesang erschallen läßt. Ein solches Chor-lied nannten die Griechen Dithyrambos . Den Inhalt einesdionysischen Dithyrambos bildete die Geschichte des Gottes selbst,vorzüglich die Geschichte seiner Leiden und Kämpfe. DennDionysos , b. h. das früchtebringende, segenspendende Leben derNatur, muß ja viel leiden von den feindseligen Elementen desWinters. Vor der rauhen und nassen Jahreszeit flieht dasLeben der Natur; sie scheint zu sterben; aber wenn der Früh-ling wiederkehrt, dann ersteht die anscheinend todte Natur wie-der, und fängt an Knospen und Blüthen zu treiben und Früchtevorzubereiten. Auf diese Leiden und Kämpfe des Dionysos,als der Personifikation des Naturlebens, bezog sich der diony-sische Dithyrambos. Solche Dithyramben nun aber, solche umden Altar des Dionysos gesungene und getanzte Chöre, derenInhalt sich auf die Geschichte des Dionysos bezog, waren beiden Griechen in den ältesten Zeiten gebräuchlich, als sie nochkeine Theater hatten. Sie nannten aber schon den Dilhyram-bos einen tragischen Gesang oder eine Tragödie, weil der Di-thyrambos gesungen und getanzt wurde um das Bocksopferherum, und die Griechen einen Bock Tragos nannten.
Tragödie heißt demnach nichts anderes als Bocksgesang. Indem dionysischen Dithyrambos erblicken wir demnach die ältestesichere Form der Tragödie, freilich von dem, was die griechischeTragödie nachher wurde, und vollends von dem, was wir uns