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durch einen hineingelegten, ungefähr 7—8 Fuß hohen Holz-boden erhöht werden. So standen dann die Choreuten nur umeinige Fuß tiefer als die Schauspieler. Von dem Boden derOrcheftra auf diesen Holzboden und von diesem auf die Bühneführten Treppen. (Vergleiche die Abbildung.)
Dieses Theater wurde in seinen einzelnen Theilen erst über100 Jahre nachher fertig; die Tragödie selbst aber wartete nichtbis das Haus vollendet war; ihre eigene Vollendung erreichtesie weit schneller, und zwar durch Sophokles , zu dem wir jetztübergehen und der in unserer Darstellung den Schluß bildensoll. Im Jahr 468 trat Sophokles zum erstenmal im tragi-schen Wettkampf auf. Er dichtete nicht mehr in Trilogieen,wie die frühern, namentlich Aeschylos ; nicht drei sophokleischeTragödieen bilden erst ein Ganzes, sondern jedes sophokleischeStück ist in sich abgeschlossen. Die vollkommene Ausbildungder einzelnen Tragödie zu einem harmonischen Kunstwerk ist desSophokles Verdienst. Seine Tragödien sind in der Regel soschön und sicher angelegt, daß die Entwicklung der Handlungsich aus den meisterhaft gezeichneten Charakteren und den Situa-tionen der handelnden Personen als eine notwendige Folge er-gibt. Er gilt als der größte griechische Tragiker. Ich wünschtesehr, Ihnen eine Einsicht geben zu können in die vollendeteComposttion und den tiefen Gehalt einer sophokleischen Tragö-die. Dieser Zweck ließe sich allerdings am ehesten erreichen durcheine eigentliche dramatische Aufführung eines solchen Kunstwerks,wie sie in der neuern Zeit an größern deutschen Bühnen ver-anstaltet wurden; wobei wir dann freilich über ein Personalmüßten verfügen können, welches Talent und Bildung genugbesäße, den antik-klassischen Geist so tief zu erfassen und so wahrwiederzugeben, wie dieß vor einigen Jahren bei Gelegenheit derAufführung der Chöre aus der Antigone unserer zürcherischenSprecherin der Titelrolle *) vollkommen gelungen ist. Da unsaber solche Hülfsmittel nicht zu Gebote stehen, so kann ich nicht
*) Fräulein Luise Corrodi.
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