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leibliche Auge erloschen, dem aber die Götter den Blick in dieZukunft geöffnet: der blinde Seher. Er, dessen Mund nie Un-wahres verkündet, erklärt dem Herrscher, daß er Unrecht gethan.„Für den doppelten Frevel," so spricht der Seher, „daß dudem Grabe den entziehst, der ihm angehört, dagegen hinabstoßestin die Gruft, was lebt, wird ein Leben aus deinem Blute da-hingenommen werden!" Bestürzt hört der Fürst die Wortedes Mannes, der ihm noch immer treu und wahr der GötterMeinung eröffnet hat; der göttlichen Mahnung will er sich nichtwidersetzen. Er ruft seine Diener zusammen und eilt nach derGruft, begleitet von dem Flehen des Chors zu des LandesSchutzgott Dionysos , das Unheil zu wenden von der hart be-drängten Stadt. Bald tritt ein Bote auf: er meldet HämonsTod. Eurydike , Kreons Gattin, deren Ohr dies Wort getrof-fen, erscheint, um die Trauerkunde zu vernehmen. Wir erfah-ren nun von dem Boten, wie Kreon dem Leichnam die üblichenEhren der Bestattung habe zu Theil werden lassen, wie er so-dann nach dem Grab der Antigone geeilt, dort seinen Sohngetroffen vor der Leiche der Geliebten knieend; denn sie hatteselbst ihren Tod beschleunigt; wie Kreon seinen Sohn ange-fleht, den Ort des Jammers zu verlassen; jedoch mit wildem,verachtendem Blicke starrt der Sohn ihn an, zieht sein Schwertund — der Tod vermählt ihn mit seiner Braut. Eurydike ,dies hörend, eilt lautlos in den Palast zurück; und hereinwankt,ein herzbrechendes Bild des Jammers, Kreon, der trostlose Va-ter, den todten Sohn in seinen Armen tragend, sich selbst alsMörder anklagend, seine Verblendung verwünschend, in einerZerknirschung, die durch die Nachricht, daß seine Gattin denTod ihres Sohnes nicht habe überleben wollen, aufs Aeußerstegesteigert wird. Das Innere des Palastes wird sichtbar: mansieht die Leiche der Eurydike am Altare; Kreon wendet sich nachihr, blickt auf seinen Sohn: — von seinen Dienern gestützt, wan-kenden Schrittes verläßt er die Bühne, und nach einem kurzenSchlußgesang auch der Chor.
Die Tragödie hat Ihnen wohl lange gedauert; verlassen