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Gerüchte die öffentliche Meinung auf kühne oder willkürlicheUnternehmungen vorzubereiten. Die bernische Politik, aufdie allgemeinen Interessen der Schweiz bedacht, war vonden Unterhandlungen des preußischen Gesandten, des Gra-fen Haugwiz, mit dem französischen Cabinet in Paris undWien unterrichtet. Der Landammann von Wattenwyl, indem sie ihren persönlichen Ausdruck gewann, sah die Nach-theile, welche sowohl für die Handelsverhältnisse als für diepolitische Zukunft der Eidgenossenschaft aus einer AbtretungNeuenburgs erwachsen müßten, und suchte daher den Land-ammann Merian zu bewegen, Schritte zur Erhaltung dervölligen Abtretung Neuenburgs an die Schweiz zu thun,worauf er selbst schon in Berlin hingearbeitet hatte. Merianaber ließ sich von den Rücksichten einer gewöhnlichern Politikbestimmen; er hielt Preußen für unfähig, ein Opfer zubringen, das nicht einen materiellen Vortheil mit sich führe,und meinte, die Theilnahme desselben an der Schweiz würdemit der Ueberlassung jenes entlegenen Fürstenthums auf-hören. Und dennoch hatte der hochherzige und biedere Fried-rich Wilhelm III seinem Gesandten in Paris den Auftraggegeben, sich für die Vereinigung des von ihm abgetretenenLandes mit der Eidgenossenschaft zu verwenden ^). Merianmeinte ferner, Bescheidenheit, Klugheit und Geduld solltendie Politik der Schweiz sein, die bei Napoleon in Ungunststehet). Indeß bleibt selbst für einen kleinen Staat diegroßmüthigste Politik auch die sicherste. Gegen Mitte Märznahm General Oudinot mit einem Theil seiner Grenadier-division vorläufig von dem neuenburgischen Gebiet Besitz.
5S) Freiherr von Chambrier an Merian, 10. März 180k. Der Ver-trag zwischen Frankreich und Preußen wurde in Paris den 15.Februar abgeschlossen.
60) Von Wattenwyl an Merian, 18. Januar 1806 ; Merian an vonWattenwyl, ,g. u. 31. Januar.