Band 
Fünfter Theil.
Seite
293
JPEG-Download
 

293

schob aber die neunzehnörtige Tagsatzung auf den 2l. Märzund berief, fedoch vergebens, auf den 17. eine dreizehnörtigeVorconferenz zusammen. Die Eidgenossenschaft spaltetesich. Zn Zürich versammelten sich außer diesem StandeGlarus, Basel, Schaffhausen, Appenzell, St. Gallen ,Graubünden, Aargau, Thurgau, Tessin und Waadt ; eilfKantone, unter ihnen alle neuen. Zn Luzern am nämlichenTage Uri, Schwyz, Unterwalden, Luzern, Zug, Bern ,Freiburg und Solothurn , acht der ältesten Kantone, unterdem Vorsitze des Alt-Landammann Rüttimann. „Zwei Tag-satzungen, sagt uns der Geschichtschreiber von Tillier, stan-den sich Mitte März in der Eidgenossenschaft gegenüber,beide angeblich nach streng staatsrechtlichen Grundsätzenhandelnd und Loch einander wie zwei feindselige Lager be-kämpfend, und nirgends war weder der alte, einfacheSchweizersinn oder der edlere Geist der Zeit, das Strebennach dem allgemeinen Besten, sondern überall Vorurtheileder Machthaber und Leidenschaften der Parteien vorherr-schend. So weit hatte man abermals die Thorheit und denWahnsinn getrieben, Laß man lieber den verhaßten Gegnermit Hülfe der Machtfprüche fremder Diplomaten besiegte,als sich mit dem eidgenössischen Bruder zu vaterländischenZwecken zu vereinen" "). Zwischen beiden Versammlungenwurden Unterhandlungen gepflogen. Die kleinen Kantonefühlten sich nicht auf festem Boden. Sogar die Abgeord-neten des sonst zum Widerstand geneigten Nidwalden hattennur Vollmacht zur Theilnahme an den Verhandlungen,sollten aber den Kanton nicht binden^). Die fremdenMinister unterstützten die Versammlung von Zürich und

45) Nestaurationsgesch- I, 94, 95.

48) Protokoll von Laudrrih und Landl-utcn (sie), 14. März 1814(Archiv von S:an;).