479
wie im Thurgau , klagten die armen Dauern laut; sie fürch-teten, nicht mehr genug Nahrung für ihr Vieh zu finden;allein dieser Irrthum wurde durch Anpflanzung von Futter-kräutern aufs glänzendste widerlegt^). Regierungen undEigenthümer wetteiferten mit Verbesserungen. Mit derSelbstständigkeit des Tessin begann für den Ackerbau dieserGegend eine neue Epoche. Der Loskauf der Zehnten, derGrundzinsen und des Weidgangrechts und der gesetzlicheSchutz des Eigenthums machten vielen Mißbräuchen einEnde und sicherten dem Landmann den Lohn seiner Arbeit.Die Freiheit, Leren Hauch alle Dinge befruchtet, beseeltedie Erde selbst mit neuem Leben. Dennoch fühlte diesesLand noch lange die Nachwehen des Fluches, den ein Regi-ment der Unterdrückung und Bestechung auf den Bodengewälzt hatte. Der Mangel an Sachkenntnis und die Aus-wanderung waren Schuld, daß große Strecken Landes, dieihre natürliche Güte und die Schönheit des Klimas derPflege der Menschen empfahlen, entweder ganz unbenutztoder schlecht benutzt da lagen.
Große Fortschritte machte der Ackerbau Lurch Fei-lend ergs Bemühungen. Ueberzeugt, Laß die Land-wirthschaft die zuverlässigste Grundlage des Wohlstandeseines Landes ist und zur Erhaltung der Sitten beiträgt,beschloß er, sich der Vervollkommnung dieser Wissenschaftzu widmen. Nachdem er im Zahr 1799 das beträchtliche,lange verwahrloste Gut Hofwyl gekauft, suchte er den Be-weis zu leisten, wie weit man es durch rationelles Verfahrenin der vaterländischen Landwirthschaft bringen könne. Umaber Zeit, Kosten und Menschenhände zu ersparen, ver-suchte er die englischen Maschinen, und errichtete, da erfand, daß die fremden Modelle sich nicht immer zum schwei-