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Zuerst fanden sie (im 13. Jahrhundert) in Oberitalien Ein-gang und Verbreitung, dann im 14. Jahrhundert in Flandern , dasseit 1369 zu dem Reiche der prachtliebenden, die Kunstgewerbebegünstigenden Herzoge der letzten burgundischen Dynastie ge-hörte; alsdann von Flandern aus im 14. und 15. Jahrhundertin England und Nordfrankreich. Südfrankreich entlehnte denbenachbarten Mauren namentlich die Erstellung von Teppichenund Stofftapeten aus buntgefärbten Wollen-, sowie von Seiden-,Gold- und Silberfäden zur Zierde von Kirchen und Palästen.Diese Teppichweberei, in ihren Anfängen, d. h. vom 8. Jahrhundertan in den Klöstern gepflegt, wurde dann unter Franz I. teils ineiner staatlichen, teils in einer der Familie Gobelins gehörendenAnstalt betrieben; unter Ludwig XIV. ging letztere ebenfalls anden Staat über und erreichte zu dieser Zeit wie bekannt diehöchste Vollendung in der AViedergabe künstlerischer Gemäldedurch Weberei und AVirkerei. Selbstverständlich war die AVeberei-teclmik dieser buntgewobenen Teppiche derart beschaffen, dassim Gegensatz zu vielen andern Wollstoffen vom Webstuhl wegin der Regel keine AValke zur Anwendung kam.
Durch die Entdeckung von Amerika wurden der Wollen-färberei neue, dort ebenfalls schon seit Jahrhunderten im Gebrauchgestandene Farbstoffe zugeführt, nämlich das noch heute nichtganz entbehrlich gewordene Blauholz zum Schwarzfärben, dasGelbholz, die amerikanischen Rothölzer, der Orlean für zarte gelbeund rotorange Töne und die Cochenille-Schildlaus für ein demKermes ähnliches Carmoisinrot. Dieser Farbstoffe bemächtigtesich vor allem die durch Jahrhunderte hindurch berühmte nieder-ländische Färberei von AVollgarnen und AVollgeweben und wusstetrotz der damaligen rein empirischen Arbeitsweise einige Färbe-verfähren wesentlich zu verbessern. Die in letzterer Beziehungwichtigste Entdeckung (welche indessen erst im Anfang des17. Jahrhunderts gemacht wurde) war die Erzeugung einer feurigen
und der europäischen Färberöte oder dem AVend, Rubia tinctorum) auch an-gebaut und veredelt wurde, vermochte der Indigo in den meisten Ländernerst einige Jahrhunderte später den AVaid in der Blaufärberei zu verdrängen;die ausserordentlich teure Purpurschneckenfärberei gelangte im Abendlandeüberhaupt nicht mehr zur Anwendung.