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Handel und Industrie des Kantons Glarus : geschichtlich dargestellt / Adolf Jenny-Trümpy
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bezw. nach dem Färben einer Behandlung in Schaf- oder Kuhkot-,bezw. Seifenbädern und legte sie auf den Wiesen aus; auch gabman zur Erhöhung des Effektes der dunkeln Farben häufig amSchluss einen uni-hellgelben oder fahlen Ton, wozu in den Tropeneine grössere Anzahl pflanzlicher Farbstoffe, mit oder ohne An-wendung von Alaun, zur Verfügung standen. Zur Ausrüstungbrachte man die Tücher in dünnen Reisstärkekleister und klopftesie nach dem Trocknen oder rieb sie auf einem Tische mit glattenMuscheln, sofern ein Glanzappret verlangt wurde.

3. Bei dem Wachsdruck, den wir in seiner einfachsten Formschon S. 11 skizzierten, entwarf man die Zeichnung auf dem ge-bleichten Baumwolltuch, gleich wie wir es bei Methode Nr. 2 aus-geführt haben; dann wurde flüssiges Wachs als haarfeine Strichemittelst eisernen Griffeln und Pinseln oder mittelst des Tjantings,eines kleinen Gefässes mit feinem Ausguss (das aber in den älte-sten Schriften noch nicht erwähnt wird) aufgetragen und fernerebensolches für die massigen Partieen innerhalb der Konturen mit-telst eines gestopften Lederballens oder dgl. aufgestrichen. Je nach-dem man nun an den unbedeckten Stellen blau oder rot erzeugenwollte, brachte man alsdann den Stoff entweder in eine lauwarmeIndigoküpe oder man beizte in einem Gerbsäure-haltigen Pflanzen-absud, dann in einem kalten Alaunbade und färbte bis zur Siede-hitze steigend in einer Chaywurzel-Flotte aus. Das Wachs, das dievon ihm bedeckten Stellen vor dem Eindringen der Färbemittel be-wahrte, wurde im ersten Falle nach dem Blaufärben, im zweitn schonnach dem Alaunbeizen durch Aussieden entfernt und konnte vonNeuem wieder benutzt werden. Durch Wiederholung des Ver-fahrens erhielt man Doppeltöne (Dunkel- und Hell-Indigoblau,Dunkelrot und Rosa mit oder ohne Weiss) und gemischte Töne(dunkle Braun und kräftige Lilas durch Uebereinanderfallen vonBlau und Rot, bezw. Blassblau und Rosa). Ueberhaupt nahmunter den drei altindischen Druckmethoden der Wachsdruck dieerste Stelle ein; er erforderte zwar neben einer bemerkens-werten Geschicklichkeit der Hand ebenfalls einen ungeheurenAufwand an Zeit und Geduld, war aber in der getreuenWiedergabe der entworfenen Muster den andern Verfahren beiweitem überlegen, wobei er betreffend Formen und Raumverhält-