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Ansichten und Bestrebungen und trotz der gemachten Erfahrung,dass der industrielle oder überhaupt der bewegliche Reichtumin kritischen Zeiten viel weniger Stand hält, als der Besitz anGrund und Boden, musste man sich im Volke doch klar darübersein, dass auch eine noch so intensive Bewirtschaftung der heimat-lichen Scholle die vorhandene Bevölkerung nicht ernähren konnte,sondern dass ein bedeutender Teil derselben eben doch auf dieIndustrie angewiesen war oder zur Auswanderung hätte greifenmüssen. Letztere kam aber kaum in Betracht, indem in jenenZeiten, da die Kriegsfackel in Europa fast nie erlosch, im Gegen-teil zahlreiche Glarner z. T. verarmt aus dem Ausland zurück-kehrten. So wurden denn die in Glarus und Mollis noch mehroder weniger stark arbeitenden Baumwolldruckereien als Ver-dienstquellen hochgehalten; daneben war es von grösster Bedeu-tung und geradezu ein Glück für das Glarnerland — und, bei-läufig gesagt, für den europäischen Kontinent überhaupt — dasses den englischen Technikern jener Zeit noch nicht gelang, dasProblem des mechanisch arbeitenden Webstuhls in befriedi-gender Weise zu lösen. Dadurch liess sich in dem industriellenWettlauf Zeit gewinnen und war der Bevölkerung unseres Länd-chens, das durch keine Schutzzölle gerettet werden konnte undvon vornherein den Konkurrenzkampf mit Grossbrittanien bestehenmusste, die Möglichkeit gegeben, an dem T. II S. 202/3 geschil-derten Aufschwung der Baumwoll-Industrie ebenfalls einen Anteilzu erringen, indem sie sich mit Eifer der Entwicklung der Baum-woil-Handweberei hingab. Dank ihrem Fleiss und ihrer in denschlimmen Zeiten angewöhnten Genügsamkeit war sie im Stande,die nach T. I S. 110 schon seit ungefähr 1780 vorhandenen gutenAnsätze dafür in kurzer Zeit kräftig zu entfalten und währendeinigen Dezennien konkurrenzfähig zu bleiben; auch arbeitetensich Weberei und Druckerei fortan mehr als je in die Hände.Anfänglich war freilich von einer stetigen und natürlichen Ent-wicklung der Dinge nicht die Rede und brauchte es Mut, sich
*) Vgl. T. I S. 40. Im Winter 1799/1800 hatten allerdings über 1200arme Glarner Kinder dauernd oder vorübergehend Aufnahme in der übrigenSchweiz, namentlich in den Kantonen Waadt, Bern, Basel und Solothurn,gefunden.