Buch 
Handel und Industrie des Kantons Glarus : geschichtlich dargestellt / Adolf Jenny-Trümpy
Entstehung
Seite
246
JPEG-Download
 

Grund zu dem spätem Reichtum legte. • Grössere Wichtigkeitgewann das italienische Geschäft in den 1830er Jahren, als siezur Druckfabrikation überging, und eine weitere Ausdehnung ihrerWirksamkeit erfolgte 1856—1860 durch den Bau der grossenSpinn- und Weberei in Mollis.

3. Daniel Jenny-Zweifel (1789—1860, Sohn von PfisterJoh. Balthasar, nicht verwandt mit den bisher erwähnten Re-präsentanten seines Geschlechtsnamens), später vom Yolksmundmit dem Zunamen „Maschinenherr“ ausgezeichnet, hatte eine sehrbescheidene Bildung genossen, war aber mit einer natürlichenBegabung für die Technik ausgerüstet und fasste schon 1821 denEntschluss, am Dorfbach in Ennenda eine Baumwollspinnerei vonzirka 2000 Spindeln zu errichten, wofür er bei der Gemeinde umPlatz und Wasserrecht einkam. Als dieselbe dann 1823 wirklichin Betrieb kam, fand er finanzielle Mithülfe bei seinen Onkeln,den „Gebrüder Kundert“ in Glarus 1 ), mit welchen er sich zurFirma Jenny & Kundert verband. Ueber diese Gebrüder Kundert-haben wir nun folgendes nachzutragen:

Ratsherr und IXer Richter Daniel Kundert (1734—1799)war von seiner Heimstätte „in der Marglen“ bei Rüti nach Glarus-gezogen, hatte hier das Bürgerrecht erworben und, nach dem„Wegweiser“ 2 ) „an der Abläsch rechter Hand, ein schönes Haus-gebaut“. Seine Söhne: Kirchenvogt Daniel K. (geh. 1763), Post-meister Heinrich K. (1772—1832), Pfister Thomas K. (1777 bis-1830) und Postmeister und Richter Jost K. (1774—1826) betriebenin Glarus einen Mehlhandel und eine grosse Bäckerei, „hatten aucheine zeitlang das Postamt nach Zürich gehabt, von dort glücklichund wohl spekuliert“. Wahrscheinlich am Anfang des XIX. Jahr-hunderts, vielleicht auch schon früher, warfen sie sich auf dieHandweberei und unterhielten eine Niederlage in Betschwanden,da eben die Mehrzahl der von ihnen engagierten Weber im hinternLinth-Thal („Grossthal“) wohnten. Der Geschäftskreis der neuenFirma „Jenny & Kundert“ bestand nun namentlich darin, dieSpinnerei zu betreiben und das Erzeugnis derselben in der Hand-

') Deren Schwester Regula hatte sich nämlich 1787 mit Pfister Joh .Balthasar Jenny, Vater von „Maschinenherr Daniel J., verehelicht.

2 ) Siehe o. S. 189 Anmerk. 2.