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Handel und Industrie des Kantons Glarus : geschichtlich dargestellt / Adolf Jenny-Trümpy
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Wohlstand auf ein wechselvolles Leben zurückblicken kann. Wennderselbe am Schlüsse seiner Mitteilungen die Ansicht ausspricht,manch’Einer komme in einer goldenen Wiege zur Erde, er aberhabe in einer „alten gelöcherten Zeine“ das Licht der Welt er-blickt, so kann es ihm dabei kaum ganz Ernst sein, gab ihm jadoch die Natur als Angebinde nicht nur einen festen Willen undeinen guten Humor, sondern auch eine unverwüstliche Gesund-heit, so dass der nun 81Jährige sich noch nicht veranlasst fühlt,auf die geschäftliche Thätigkeit zu verzichten.

Von Industriellen der Gemeinde Schwanden haben wir schonS. 37 T. I und S. 238 T. II des Herrn Peter Blumer und seinerNachfolger kurz Erwähnung gethan und da deren Bethätigung inHandel und Fabrikation ein schönes Stück glarnerischer Industrie-geschichte darstellt, treten wir an dieser Stelle etwas ausführ-licher darauf ein. Der Stammvater, Ratsherr Peter Blumer(1705—1769) „in der Hoschet“ in Nidfurn, verheiratet mit derSchwester von Seckeimeister Adam Schiesser (S. 303 T. II), be-gann anscheinend um die Mitte des XVIII. Jahrhunderts einenHandel mit Baumwollwaren, indem er rohe Baumwolle einkaufte,dieselbe in Schwanden und Umgebung zum Spinnen gab und dasGespinnst wieder veräusserte; etwas später liess er solch’ selbst-gesponnenes und auch zugekauftes Garn im Appenzellerland imLohn verweben und verkaufte das Produkt an Händler und Druck-fabrikanten, u. A. auch an solche in Genf. Von ungefähr 1760 anbeteiligte sich auch sein Sohn, Ratsherr Fridolin Blumer, geb.1742, am Geschäfte, welches in der Folge auch auf Kolonialwaren(Zucker, Kaffee und Tabak) ausgedehnt wurde. In einem nochvorhandenen Konzept- und Kopierbuche *) fanden sich beispiels-weise folgende Angaben über Rohtücher- und Garnpreise:

*) In solche wurden in frühem Zeiten entweder die eigenhändigenEntwürfe oder Abschriften der Original-Geschäftsbriefe eingetragen; dasKopieren mittelst Kopierpressen fand im Glamerland, soweit dem Verf.bekannt, frühestens in den 1830er Jahren Eingang.