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den 1820er Jahren allerdings eine bedeutende Erhöhung der Zöllestatt, jedoch nicht in dem Masse, dass sie die Einfuhr geradezuverunmöglicht hätte, und nach den wohlhabenden österreichischenProvinzen Lombardei und Yenezien entwickelte sich, dank derfeindseligen Haltung der Bevölkerung gegen die Fremdherrschaft,ein bedeutender Schleichhandel längs der tessinischen Grenze. 1 )Indem nach und nach mehrere glarnerische Druckfabriken undauch einige aargauische Buntwebereien für den leichtern Verkehr..mit Italien Filialen und Warenlager in Lugano (Lauis) anlegten,entwickelte sich dort ein reger Güterverkehr, und nicht minderwurde in der dortigen deutsch-schweizerischen Kolonie nach desTages Arbeit die Geselligkeit gepflegt, woran sich die Veteranenjener Zeit später beim Glase Wein oft und gern erinnerten; inweniger gutem Andenken blieben die oft durchgemachten winter-lichen Postfahrten über den St. Gotthard. 2 )
Von dem Freihafen Triest, von Sinigaglia und Ancona ausfanden die glarnerischen Waren sodann allmählich auch Abflussnach den Ländern der europäischen und asiatischen Türkei,welchen Handel gewisse glarnerische Geschäftshäuser nach undnach selbst in die Hand nahmen, während sich der Export nachAlgier und Marokko einige Jahrzehnte lang indirekt durchschweizerische und andere Handelsfirmen in Livorno vollzog.Inzwischen erfuhr auch der schon früher bestandene Verkehr mitdem Norden Europas eine Wiederbelebung und richteten andereihre Blicke nach Amerika, Indien und andern überseeischenLändern, wobei anfänglich grosse Exportfirmen in Hamburg, Amster-dam u.s.w. die Vermittlerrolle spielten.
*) Da das brutale österreichische Prohibitivsystem die Bewohner jenerProvinzen zwingen wollte, ihren grossen Bedarf an .Druckwaren von denteuer arbeitenden österreichischen Fabriken zu beziehen, erschien jener um-fangreiche Schmuggel als eine Art Notwehr; übrigens haben sich die glarne-rischen Geschäftshäuser nie direkt damit befasst; es war dies Sache ihrerlombardischen Kunden. Um die Polizei gründlich zu täuschen, betrieb einerder bedeutendem dieser italienischen Importeure in den 1820er Jahren inMailand zum Schein eine kleine Druckfabrik.
J ) Die letzten dieser deutsch-schweizerischen Niederlassungen in Luganowurden nach dem italienischen Einigungskriege von 1859 aufgehoben.