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Handel und Industrie des Kantons Glarus : geschichtlich dargestellt / Adolf Jenny-Trümpy
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■eine Art „offenes Beinkleid“ oder „Hüftrock“, welcher um dieLenden geschlungen wird und den Unterleib und die Beine, ge-wöhnlich bis auf die Knöchel hinab, deckt. Er besteht einfach auseinem rechteckigen, solid farbig gedruckten oder gewobenen StückBaumwolltuch und misst in Breite (Höhe) und Länge (Umfang)40X70, seltener 45X74 oder 42 X80 Inches, bei Kindern undfür die „reifere Jugend“ 24X^5 oder 27X54 oder 33X60Inches,je nach Alter und Grösse; er ist also viel kürzer als Dhotis undSari in Vorderindien, was sich damit erklärt, dass er an den Endenzusammengeheftet oder -genäht wird, so dass der Träger in den-selben wie in einen weiten, unten offenen Sack hineinschlüpfenkann (worauf er ihn seitlich anzieht und durch Einstecken von■einer Wulst von Stoff oder durch Verknoten, seltener durch einenGürtel, befestigt). Dieses einfache Gewandstück hat sich bei demdortigen heiss-feuchten Klima für die einheimische Bevölkerungseit undenklichen Zeiten als sehr praktisch erwiesen. Für dieMusterung der gebräuchlichsten, unter dem Namen Sarongs be-kannten Schurze ist charakteristisch, dass sich genau in der Mitteoder häufiger nach dem ersten Drittel der Länge eine von derübrigen Zeichnung abweichende Mittelpartie zeigt; es ist diesdie (eigentlich richtiger der) sog. Kapala (wörtlich der „Kopf“,sonst auch wohl mit „Kranz“ oder „Zwischenband“ übersetzt),welche bei den Drucksarongs sich über eine Länge von 28 (oderauch weniger) und bei den buntgewobenen oder Lurik-Sarongsüber eine solche von 16—20 Inches erstreckt (während die Höhegrösser d. h. mit der Stückbreite identisch ist.)

Zu Herstellung der Sarongs verwendete man in frühem Zeitenvorwiegend im Lande selbst erzeugte buntgewobene, karrierteund gestreifte Baumwolltücher; in vielen Gegenden ist diesnoch heute der Fall und neben bedeutenden, aus der Schweiz ,England und Holland stammenden Mengen ist auch die inländischeProduktion an solchen Buntgeweben, Lurik genannt, noch immer

ins XVII. Jahrhundert in Livland und Lita uen der Weiberrock aus einemeinfachen, ungenähten d. h. unverarbeiteten Stück Tuch bestand, das umdie Lenden geschlagen wurde (siehe die Abhandlung von M. Skrusits überdie „ehemalige lettische Färbekunst“ in den „Sitzungsberichten der Altertums-gesellschaft Prussia“, 21. Heft 1900, Königsberg i./P.)