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Handel und Industrie des Kantons Glarus : geschichtlich dargestellt / Adolf Jenny-Trümpy
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durch den Hauptflecken Glarus“ meldet, in Mühlehorn habe eine-Essigsiederei bestanden, welche 1828 oder’1829 durch einenBrand zerstört worden sei. 1 ) Ein etwas grösserer Betrieb ent-wickelte sich dann nach und nach in Ennenda . Hier errichtetennämlich die Brüder Balthasar und Markus Aebli (Söhne einesHerrn Fritz Aebli „Wiener“) in den 1830er Jahren am Dorfbachvorerst eine kleine „Schönfarbe“ (Indigo- und Buntfärberei) undnahmen 1839 als Associe ihren Schwager, Hrn. Balthasar Marty,Apotheker in Glarus (geb. 1813 als Sohn des gleichnamigen Pfarrersvon Ennenda ) auf. Das Geschäft, nun als Firma Aebly & Marty be-trieben, hatte jedoch mit Schwierigkeiten zu kämpfen, weshalb es1841/42 in eine Branntweinbrennerei umgewandelt wurde. (Gleich-zeitig trat Balth. Aebli aus und siedelte nach Tägerweilen im KantonThurgau über). Nachdem dieser Zweig zu einer ziemlichen Höheder Produktion gelangt war, musste er 1847 wieder aufgegebenwerden, da der Kanton infolge der verheerenden Kartoffelkrankheitdas Brennen von Sprit aus Kartoffeln verbot. Die Fabrik hatteaber schon 2 Jahre vorher die Darstellung von weisser und ge-brannter Stärke, Diastasegummi, sowie von Zinn und Kupfer-präparaten aufgenommen, und während die Fabrikation der erst-genannten Verdickungsmittel später mangels Konvenienz wiedereingestellt wurde, ging man dafür auf diejenige von Thonerde-mordants und andern Zwischenprodukten für die Druckerei über.Dabei kam der Entwicklung des Geschäftes der 1850 erfolgende-Eintritt des mit moderner Fachbildung ausgerüsteten Herrn Joh.Rudolf Marty (geb. 1829, langjähriger Regierungsrat) sehr zustatten. Am bedeutendsten war viele Jahre die 1852 eingeführteDestillation von Holzessig aus Buchenholz, wobei das Produkt ge-wöhnlich weiter auf Eisenbrühe verarbeitet wurde. Nachdem derältere der beiden Brüder Marty 1860 gestorben und durch seineSöhne, die Herren Apotheker Fritz uncl Balthasar Marty, ersetzt

') Es dürfte sich dabei um die Darstellung von Holzessig gehandelthaben; nachdem der von den Druckereien in grossen Mengen benötigteWeinessig fast nicht mehr aufzutreiben war, gelang es 1809 v. Kurrer undungefähr gleichzeitig einigen andern Chemikern als Ersatz dafür die durchErhitzung des Buchenholzes unter Luftabschluss als Destillat erhaltene brenz-liche Holzessigsäure im Grossen einzuführen.