Buch 
Handel und Industrie des Kantons Glarus : geschichtlich dargestellt / Adolf Jenny-Trümpy
Entstehung
Seite
505
JPEG-Download
 

505

Haben wirS. 499 Rouen und Umgebung als die Produktions-stätte bezeichnet, aus welcher der französische Markt lange Zeitvorwiegend die billigen Baumwoll-Manufakturen bezog, so schlossdies doch nicht aus, dass aus der Mitte derselben ebenfalls einigewichtige Neuerungen und Verbesserungen hervorgingen. — Alssolche haben wir schon S. 374 die Einführung der Garancineund daran anschliessend die Schaffung verschiedener neuer Druck-artikel namhaft gemacht; eine andere wichtige Erfindung ver-dankt man einem gewissen Perrot, welcher eine neue Druck-maschine, nach ihrem Schöpfer Perrotine genannt, konstruierte unddieselbe 1834 in Rouen in die Praxis einführte. Sie löste bis zueinem gewissen Grade d. h. für bestimmte Artikel das Problem,den gewöhnlichen, bisher von Hand mittelst erhaben ge-stochenen Formen ausgeübten Druck auf eine Maschine über-zutragen. Die dabei zur Anwendung kommenden ebenen Druck-platten nehmen die ganze Breite des zu bedruckenden Gewebes■ein und sind ganz ähnlich den Handmödeln erhaben aus Holz,■eventuell unter Anwendung von Messingstiften und -Lamellen, ge-stochen oder bestehen aus kleinen, aufgenagelten, in Kompositiongegossenen Stücken („Cliches )“, gemäss der S. 62 Anmerk. 2 an-gedeuteten Methode hergestellt. Die fast ganz in Eisen ausge-führte Maschine wurde anfänglich für drei, 1844 für vier und inden 1850er Jahren bis zu sechs Druckfarben bezw. Druckplattengebaut. Letztere machen, wenn die Maschine in Gang gesetzt wird,eine leichte Bewegung horizontal (oder eventuell auch vertikal)hin und zurück, wobei sie abwechslungsweise von einemUhassistuch berührt d. h. mit Farbe gespiesen werden und danndieselbe durch Andrücken dem durchstreichenden Druckgewebeabgeben; im Moment wo diese zweite Phase des Druckes vor sichgeht, sorgt ein sinnreicher Apparat dafür, dass sich das in einembeweglichen Rahmen eingespannte Chassistuch aus einem Trogmittelst eines Filzwalzenpaars wieder mit frischer Farbe sättigt.Der eigentliche Druck vollzieht sich demnach ganz wie beim Hand-druck intermittierend; trotzdem ist die Leistung der Maschine,wenn man die Bedienungsmannschaft in Betracht zieht, eine be-deutende, da man beispielsweise, nach gefl. Mitteilung der HerrenTsohudi & Cie., bei 3—öfarbigem Indiennes-Druck und llstündiger

mfä-i